Museum

Literaturvermittlung

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WINTERSEMESTER 2012/13
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Literatur im Exil
»Künste im Exil« ist der Name des virtuellen Museums, das sich mit der Emigration u.a. von Schriftstellern befasst und im Sommer 2013 freigeschaltet wird. Die vom ›Deutschen Exilarchiv 1933-1945‹ der Deutschen Nationalbibliothek gemeinsam mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach aufgebaute Plattform bündelt die an unterschiedlichen Orten in Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und Tagungen stattfindende Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Deutsche Literaturarchiv ist mit den Nachlässen u.a. von Alfred Döblin, Mascha Kaléko, Siegfried Kracauer, Else Lasker-Schüler, Heinrich und Thomas Mann, Kurt Pinthus, Karl Wolfskehl und Carl Zuckmayer die weltweit bedeutendste Exilsammlung im Bereich der Literatur. Die ersten drei virtuellen Wechselausstellungen werden in Marbach in Schüler- und Studentenprojekten erarbeitet – eine davon in diesem Seminar. Bestandteil ist die eigenständige Recherche, Konzeption und inhaltliche Realisation der Ausstellung so wie die Präsentation der Ergebnisse, die im Rahmen eines Thementags am 27. Januar 2013 im Literaturmuseum der Moderne stattfindet. Das Seminar findet als Blockseminar statt. Vorbesprechung: Freitag, 19. Oktober, 10 bis 12 Uhr. Die weiteren Termine werden in der Vorbesprechung festgelegt. Die Anmeldung (bitte bei Ellen.Strittmatter@dla-marbach.de) ist verbindlich.

SOMMERSEMESTER 2012
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Übung Modul »Literatur im Kommunikationsprozess«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Zettelkästen
Jean Paul, Jules Verne, Ernst Jünger, Arno Schmidt,W.G. Sebald, F.C. Delius, Siegfried Kracauer, Roland Barthes, Niklas Luhmann, Hans Blumenberg. Sie alle dachen und lasen, schrieben und wohnten mit Zettelkästen. Was macht das Innenleben dieser Gattung aus? Welche Funktionen besitzt das Verzetteln? Welche Zettelkastenhäuser und Zettelkastenbauer gibt es? Was träumt der Zettel in unsrem digitalen Zeitalter? Bestandteil der Übung ist die Recherche im Archiv und das Arbeiten mit Zettelkästen als literarische Quelle. Die Übung findet im Vorfeld einer großen Ausstellumg (Die Maschine. Eine Poetik des Zettelkastens, 28. Februar bis 15. September 2013) statt, so dass die Möglichkeit besteht, anschließend in Museumspraktika im Deutschen Literaturachiv Marbach weiter am Thema zu arbeiten. Termine: Vorbesprechung: 21. April, 10 Uhr; Sitzungen: 11. Mai, 15., 22. und 29. Juni, 9 bis 12 Uhr.

WINTERSEMESTER 2011/12
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Übung Modul »Literatur im Kommunikationsprozess«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Liebe und Literatur
Es gibt Sätze, die alles riskieren und nur selten eine zweite Chance erhalten. »Wenn ich Dich lieb habe, was geht's Dich an?«, erklärt Goethes Philine Wilhelm Meister, während sich Schillers Franz Moor plump verrät: »Ich liebe dich, wie mich selbst, Amalia!«. Im Literaturmuseum der Moderne ist bis zum 29. Januar eine Ausstellung zu diesem Satz zu sehen, die sich den Spuren an die Fersen heftet, die das »Ich liebe Dich!« im Deutschen Literaturarchiv Marbach hinterlassen hat. Sie folgt seinen Ausformungen und Auswirkungen, seinen trivialen und originellen, platten und intensiven Aspekten und kreist um die eine Frage: Wie ist dieser Satz immer noch und immer wieder zum ersten Mal möglich? In der begleitenden Übung werden die unterschiedlichen Liebeskonzepte seit der Antike genauso diskutiert wie deren literarischen und außerliterarischen Ursachen und Konsequenzen. Die Übung verbindet textwissenschaftliche und ideengeschichtliche Fragestellungen mit einem praktischen, literaturvermittelnden Teil, in dem die Teilnehmer ein Führungsprogramm zur Ausstellungsfinissage erarbeiten.

SOMMERSEMESTER 2011
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Seminar Modul »Text und Wissen«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Schicksal. Zur textkonstituierenden Funktion eines großen Begriffs
Kaum ein literarischer Text, der einen größeren Umfang besitzt und ohne das Motiv und das Movens dieses Begriffs auskommt: Schicksal. Was ist in der Literatur - allem Spielerischen und Gemachten zum Trotz - nicht Plan noch Zufall, sondern: Schicksal, Fatum, Geschick? Wie sieht der poetische Augenblick aus, in dem alles, was vorher war, zum Vorzeichen einer höheren Fügung wird und alles, was danach kommt, zum Zeichen ihrer Erfüllung? Warum zeigen sich auch und gerade in der Literatur die fatalen Kräfte, vor denen jede Versicherung und jeder Plan nutzlos werden und deutlich ist: Es geht, was immer man auch tut, zu bösen Häusern hinaus? Das Seminar gliedert sich in zwei Blöcke: Im ersten werden unterschiedliche Texte (Homers Odyssee, Schillers Don Carlos, Kleists Amphytrion, Joseph Roths Hiob, Walter Benjamins Wahhlverwandtschaften-Essay und Paul de Mans Rilke-Aufsatz) auf die Rolle untersucht, die in ihnen das Schicksal spielt. Im zweiten steht am Beispiel einer Ausstellung im Marbacher Literaturmuseum der Moderne, die von einem Essay von Peter Sloterdijk begleitet wird, die Aktualität dieses Begriffs im Mittelpunkt der Diskussion.

SOMMERSEMESTER 2010
Freie Universität Berlin / Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Schriftbildlichkeit« / 5.5.2010
Heike Gfrereis: Vom Strich zur Linie. Schreiben und Zeichnen bei Hölderlin, Mörike und Kafka
Literatur fällt selten vom Himmel. Die kleinsten Spuren der Arbeit am Text, die Streichungen, sind jedoch nicht nur Mittel zum Zweck. Die Striche in den Manuskripten von Hölderlin, Mörike und Kafka legen eine Lektüre von Literatur  nahe, in der das Ausgelöschte und vor allem auch das Verfahren des Auslöschens selbst zum Bestandteil der Texte wird. Der Strich wird zur Linie, zum kleinsten Element der bildenden Kunst: »Die Linie ist die Spur des sich bewegenden Punktes, also sein Erzeugnis. Sie ist aus der Bewegung  entstanden – und zwar durch Vernichtung der höchsten in sich geschlossenen Ruhe des Punktes. Hier wird der Sprung aus dem Statischen in das Dynamische gemacht.« (Wassiliy Kandinsky) 

SOMMERSEMESTER 2010
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Martina Wolff: Literatugeschichte zeigen.
50 kostbare Stücke aus dem Deutschen Literaturarchiv werden in Übersee gezeigt. Was gehört in den Koffer aus dem Land der Dichter und Denker, den Amerika auspacken möchte? Welchen Traum vom deutschen Geist träumt man in Übersee? Zwei international bekannte Germanisten, ein Deutscher und ein Amerikaner, Ernst Osterkamp von der Humboldt-Universität Berlin und David E. Wellbery von der University of Chicago, treffen die Auswahl:  Welches Stück steht stellvertretend für ein Jahrzehnt in den in Marbach überlieferten über 250 Jahren deutscher Geistesgeschichte? Wer entscheidet sich für was warum? Wo lässt er Lücken in der Folge der Jahrzehnte, wo fasst er mehr als zwei zusammen? Stehen am Ende tatsächlich Schiller und Hölderlin, Rilke, Kafka, Brecht und Hesse, Heidegger, Arendt, Benjamin und Sebald? Oder Auerbach und Vollmoeller, Arnheim und Viertel, Curtius und Klibansky? Das Seminar begleitet – von der Eröffnung an –  eine Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Ausstelbarkeit von Geschichte.