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Junges Literaturmuseum

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WINTERSEMESTER 2014/2015
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis: Warum Eduard Mörike lesen
Mörikes Gedichte gehören für viele zu den schönsten in deutscher Sprache. Doch liest man Gedichte, weil sie schön sind? Mörike zur Rührung und zum Vergnügen? Im Seminar werden einige der Gedichte und ihre Interpretationen gelesen und auf die Gründe hin befragt, warum es sich lohnt, Eduard Mörike zu lesen. Am Ende steht eine eigene kleine Ausstellung im Erdgschoß des Schiller-Nationalmsuems, die möglichst präzise zu beschreiben und bestimmen versucht, was Mörikes Gedichte und unsere ästhetische Erfahrung mit ihnen auszeichnet. Textgrundlage: Werke in einem Band, hrsg.von Herbert G. Göpfert, München 1977.
Vorbesprechung: Montag, 20. Oktober, 10 bis 13 Uhr, Sitzungen: 9. November, 10 bis 17 Uhr, 10. November, 10 bis 13 Uhr, 8. Dezember, 10 bis 13 Uhr, Montag, 12. Januar, 10 bis 13 Uhr, Sonntag, 25. Januar, 10 bis 13 Uhr

SOMMERSEMESTER 2014
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Liliane Weissberg: Lesen und Sehen. Literatur im Archiv
Literatur spielt mit unsrer Fähigkeit, Bilder zu sehen, die es nur in unserer Phantasie gibt. Sie ist nur in wenigen Ausnahmen wie der konkreten Poesie oder dem Figurengedicht eine Augenkunst. Im Archiv allerdings ist die Situation eine andere. Hier steht vor dem Sehen phantastischer Bilder erst einmal das Entziffern des Textes und das heißt: das Sehen realer, oft zunächst nicht, manchmal auch nie lesbarer Gegenstände. Was bringt uns als Lesern diese erschwerte und verzögerte Lektüre, dieses Lesen mit den Augen? Was haben wir von dieser Konfrontation mit dem literarischen Material und seiner Materialität? Lesen wir nach einer Praxiswoche im Archiv anders als vorher?
In der Übung werden unterschiedliche Formen der Literatur im Archiv (Manuskripte, aber auch Bücher aus Dichterbibliotheken, Erstausgaben und Erinnerungsstücke) aus verschiedenen Zeiten besprochen und für eine Museums-App kommentiert, die Ende 2014 downloadbar sein soll. Im Mittelpunkt werden wenige Primärtexte stehen, die die Seminarteilnehmer kennen sollten: Anton Reiser von Karl Philipp Moritz, Eduard Mörikes Märchen vom sichern Mann, Die Sonette an Orpheus von Rainer Maria Rilke und Austerlitz von W.G. Sebald.
Fr, 18.04. 9.45-11.15, Block 21. - 25.07.14

WINTERSEMESTER 2013/14
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis: Franz Kafkas Prozess, Blatt für Blatt
Erste Sitzung: Montag, 21. Oktober, 14 Uhr (Deutsches Literaturarchiv Marbach)
Kafkas 1914/15 entstandener unvollendeter Roman gilt als einer der großen Texte der Weltliteratur. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach liegt das Manuskript dazu, das nun für drei Monate lang im Literaturmuseum der Moderne vollständig ausgestellt wird. Geschätzt wird es auf neun Millionen Euro. Doch worin liegt sein literaturwissenschaftlicher Wert? Wie hilft das Manuskript dabei, Kafka zu lesen? Was passiert, wenn man diesen Text nicht nur Satz für Satz, Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe liest, sondern auch Blatt für Blatt, Schriftzeichen für Schriftzeichen und Streichung für Streichung? Welches Lesen ermöglicht der Blick auf das Schreiben und nicht nur auf das Geschriebene?
Jeder der Teilnehmenden sollte ein Blatt aus dem Manuskript für eine Seminarstunde vorbereiten und dann die gemeinsame Lektüre moderieren. Das Manukript ist ediert: Franz Kafka, Der Process. Faksimile-Edition, hrsg. von Roland Reuß in Zs.-Arb. mit Peter Staengle, Frankfurt a.M. 1997.

SOMMERSEMESTER 2013
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Heidegger lesen
Martin Heideggers Texte sind eine ununterbrochene Herausforderung, sprunghaft, unverständlich und für manche wie Kurt Tucholsky ein Ärgernis: »Ein Philosoph, der nur aus Pflaumenmus besteht – das ist mal schön! Man versteht kein Wort«. Dennoch ist er einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Warum? Und vor allem: Wie kann man Heidegger lesen? Im Mittelpunkt des Seminars stehen Heideggers späte Texte und deren intensive Stilanalyse. Ausgangspunkt werden die Punkte sein, die eine Lektüre so schwer machen: das ununterbrochene Springen der Argumentation und Heideggers merkwürdiger Jargon, seine immer wieder verschobenen Metaphern – wie Lichtung, Grund, Weg, Zeug, Gestell und Geviert.
Literatur, die von den Teilnehmern angeschafft werden sollte: Martin Heidegger, Der Ursprung des Kunstwerkes (Reclam, 4 Euro). Die anderen Texte werden in einem Reader zugänglich gemacht, der zu Beginn des Seminars ausgeteilt wird.

WINTERSEMESTER 2012/13
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Literatur im Exil
»Künste im Exil« ist der Name des virtuellen Museums, das sich mit der Emigration u.a. von Schriftstellern befasst und im Sommer 2013 freigeschaltet wird. Die vom ›Deutschen Exilarchiv 1933-1945‹ der Deutschen Nationalbibliothek gemeinsam mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach aufgebaute Plattform bündelt die an unterschiedlichen Orten in Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und Tagungen stattfindende Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Deutsche Literaturarchiv ist mit den Nachlässen u.a. von Alfred Döblin, Mascha Kaléko, Siegfried Kracauer, Else Lasker-Schüler, Heinrich und Thomas Mann, Kurt Pinthus, Karl Wolfskehl und Carl Zuckmayer die weltweit bedeutendste Exilsammlung im Bereich der Literatur. Die ersten drei virtuellen Wechselausstellungen werden in Marbach in Schüler- und Studentenprojekten erarbeitet – eine davon in diesem Seminar. Bestandteil ist die eigenständige Recherche, Konzeption und inhaltliche Realisation der Ausstellung so wie die Präsentation der Ergebnisse, die im Rahmen eines Thementags am 27. Januar 2013 im Literaturmuseum der Moderne stattfindet. Das Seminar findet als Blockseminar statt. Vorbesprechung: Freitag, 19. Oktober, 10 bis 12 Uhr. Die weiteren Termine werden in der Vorbesprechung festgelegt. Die Anmeldung (bitte bei Ellen.Strittmatter@dla-marbach.de) ist verbindlich.

SOMMERSEMESTER 2012
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Übung Modul »Literatur im Kommunikationsprozess«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Zettelkästen
Jean Paul, Jules Verne, Ernst Jünger, Arno Schmidt,W.G. Sebald, F.C. Delius, Siegfried Kracauer, Roland Barthes, Niklas Luhmann, Hans Blumenberg. Sie alle dachen und lasen, schrieben und wohnten mit Zettelkästen. Was macht das Innenleben dieser Gattung aus? Welche Funktionen besitzt das Verzetteln? Welche Zettelkastenhäuser und Zettelkastenbauer gibt es? Was träumt der Zettel in unsrem digitalen Zeitalter? Bestandteil der Übung ist die Recherche im Archiv und das Arbeiten mit Zettelkästen als literarische Quelle. Die Übung findet im Vorfeld einer großen Ausstellumg (Die Maschine. Eine Poetik des Zettelkastens, 28. Februar bis 15. September 2013) statt, so dass die Möglichkeit besteht, anschließend in Museumspraktika im Deutschen Literaturachiv Marbach weiter am Thema zu arbeiten. Termine: Vorbesprechung: 21. April, 10 Uhr; Sitzungen: 11. Mai, 15., 22. und 29. Juni, 9 bis 12 Uhr.

WINTERSEMESTER 2011/12
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Übung Modul »Literatur im Kommunikationsprozess«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Liebe und Literatur
Es gibt Sätze, die alles riskieren und nur selten eine zweite Chance erhalten. »Wenn ich Dich lieb habe, was geht's Dich an?«, erklärt Goethes Philine Wilhelm Meister, während sich Schillers Franz Moor plump verrät: »Ich liebe dich, wie mich selbst, Amalia!«. Im Literaturmuseum der Moderne ist bis zum 29. Januar eine Ausstellung zu diesem Satz zu sehen, die sich den Spuren an die Fersen heftet, die das »Ich liebe Dich!« im Deutschen Literaturarchiv Marbach hinterlassen hat. Sie folgt seinen Ausformungen und Auswirkungen, seinen trivialen und originellen, platten und intensiven Aspekten und kreist um die eine Frage: Wie ist dieser Satz immer noch und immer wieder zum ersten Mal möglich? In der begleitenden Übung werden die unterschiedlichen Liebeskonzepte seit der Antike genauso diskutiert wie deren literarischen und außerliterarischen Ursachen und Konsequenzen. Die Übung verbindet textwissenschaftliche und ideengeschichtliche Fragestellungen mit einem praktischen, literaturvermittelnden Teil, in dem die Teilnehmer ein Führungsprogramm zur Ausstellungsfinissage erarbeiten.

SOMMERSEMESTER 2011
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur / Seminar Modul »Text und Wissen«
Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Schicksal. Zur textkonstituierenden Funktion eines großen Begriffs
Kaum ein literarischer Text, der einen größeren Umfang besitzt und ohne das Motiv und das Movens dieses Begriffs auskommt: Schicksal. Was ist in der Literatur - allem Spielerischen und Gemachten zum Trotz - nicht Plan noch Zufall, sondern: Schicksal, Fatum, Geschick? Wie sieht der poetische Augenblick aus, in dem alles, was vorher war, zum Vorzeichen einer höheren Fügung wird und alles, was danach kommt, zum Zeichen ihrer Erfüllung? Warum zeigen sich auch und gerade in der Literatur die fatalen Kräfte, vor denen jede Versicherung und jeder Plan nutzlos werden und deutlich ist: Es geht, was immer man auch tut, zu bösen Häusern hinaus? Das Seminar gliedert sich in zwei Blöcke: Im ersten werden unterschiedliche Texte (Homers Odyssee, Schillers Don Carlos, Kleists Amphytrion, Joseph Roths Hiob, Walter Benjamins Wahhlverwandtschaften-Essay und Paul de Mans Rilke-Aufsatz) auf die Rolle untersucht, die in ihnen das Schicksal spielt. Im zweiten steht am Beispiel einer Ausstellung im Marbacher Literaturmuseum der Moderne, die von einem Essay von Peter Sloterdijk begleitet wird, die Aktualität dieses Begriffs im Mittelpunkt der Diskussion.

SOMMERSEMESTER 2010
Freie Universität Berlin / Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Schriftbildlichkeit« / 5.5.2010
Heike Gfrereis: Vom Strich zur Linie. Schreiben und Zeichnen bei Hölderlin, Mörike und Kafka
Literatur fällt selten vom Himmel. Die kleinsten Spuren der Arbeit am Text, die Streichungen, sind jedoch nicht nur Mittel zum Zweck. Die Striche in den Manuskripten von Hölderlin, Mörike und Kafka legen eine Lektüre von Literatur  nahe, in der das Ausgelöschte und vor allem auch das Verfahren des Auslöschens selbst zum Bestandteil der Texte wird. Der Strich wird zur Linie, zum kleinsten Element der bildenden Kunst: »Die Linie ist die Spur des sich bewegenden Punktes, also sein Erzeugnis. Sie ist aus der Bewegung  entstanden – und zwar durch Vernichtung der höchsten in sich geschlossenen Ruhe des Punktes. Hier wird der Sprung aus dem Statischen in das Dynamische gemacht.« (Wassiliy Kandinsky) 

SOMMERSEMESTER 2010
Universität Stuttgart / Neuere deutsche Literatur
Heike Gfrereis und Martina Wolff: Literatugeschichte zeigen.
50 kostbare Stücke aus dem Deutschen Literaturarchiv werden in Übersee gezeigt. Was gehört in den Koffer aus dem Land der Dichter und Denker, den Amerika auspacken möchte? Welchen Traum vom deutschen Geist träumt man in Übersee? Zwei international bekannte Germanisten, ein Deutscher und ein Amerikaner, Ernst Osterkamp von der Humboldt-Universität Berlin und David E. Wellbery von der University of Chicago, treffen die Auswahl:  Welches Stück steht stellvertretend für ein Jahrzehnt in den in Marbach überlieferten über 250 Jahren deutscher Geistesgeschichte? Wer entscheidet sich für was warum? Wo lässt er Lücken in der Folge der Jahrzehnte, wo fasst er mehr als zwei zusammen? Stehen am Ende tatsächlich Schiller und Hölderlin, Rilke, Kafka, Brecht und Hesse, Heidegger, Arendt, Benjamin und Sebald? Oder Auerbach und Vollmoeller, Arnheim und Viertel, Curtius und Klibansky? Das Seminar begleitet – von der Eröffnung an –  eine Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Ausstelbarkeit von Geschichte.