Museum
Projekte
wissen & museum
Was ist Zeit im Archiv? Was geschieht, wenn ein Objekt aus dem Archiv im Museum gezeigt wird? Wie übersetzt und verändert eine Ausstellung Wissen? Wie entschlüsseln Besucher Exponate? Welche Funktionen besitzen dabei ihre Materialität und Bildhaftigkeit sowie der Ausstellungsraum? Fragen wie diese standen von Mai 2009 bis August 2012 im Mittelpunkt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekts »wissen & museum: Archiv – Exponat – Evidenz«, dessen Ziel es war, den wissenschaftlichen Museumsnachwuchs theoretisch wie praktisch auszubilden.
Im Rahmen eines Volontariats an den Marbacher Museen erarbeiteten vier Projektmitarbeiter aus den Quellen des Archivs eine Ausstellung zum Jahr 1912, die ihren Gegenstand wie ihre eigenen Bedingungen reflektiert hat. Acht Leitexponate von berühmten Autoren wie Franz Kafka und Heinrich Mann wurden dort jeweils mit zwei unterschiedlich angelegten Exponatsträngen kombiniert. Die insgesamt 16 Laborsituationen legten historische Evidenzen ebenso bloß wie die in ihnen verborgenen unbewussten Ideen, den Atem und Klang, die Augenblicke, Bilder und Denkräume dieses Jahres. Zugleich deckten sie auf, wie dieses Bloßlegen, diese Techniken der Präsenzerzeugung funktionieren, welche Rolle etwa die Art der Legung – Isolation, Serie oder Übereinanderblenden.
wissen & museum: Archiv – Exponat – Evidenz ist ein Projekt des Deutschen Literaturachivs, des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft und des Kunsthistorischen Instituts der Universität Tübingen sowie des Leibniz-Instituts für Wissensmedien Tübingen. Die Abschlusstagung fand am 29. und 30. März 2012 in Marbach statt: Präsenz: Ausstellen, Erfahren, Erforschen. Mit Helmut Lethen, Barbara Engelbach, Thomas Widlok, Christiane Holm, Steve Yalowitz u.a.
Mehr zur Ausstellung 1912. Ein Jahr im Archiv

