2006ff

fluxus 26 (2013/14): SCHÜTZENGRABENZEITUNGEN AUS DEN SAMMLUNGEN DER BIBLOTHEQUE NATIONALE ET UNIVERSITAIRE DE STRASBOURG. Im Ersten Weltkrieg wurden zum ersten Mal und in beispiellosem Ausmaß Zeitungen von und für Soldaten in der Nähe der Schlachtfelder publiziert – mehr als 470 Titel auf der französischen und rund 110 auf der deutschen Seite. Nur sechs Wochen nach Kriegsausbruch, am 14. September 1914, begründete der Vize-Feldwebel Max Edmeier in den heiß umkämpften Vogesen die erste Feldzeitung: Hohnacker neueste Nachrichten. Eine Reihe anderer folgte, von den Soldaten selbst an der Front hergestellt, oft mit sehr einfachen handwerklichen Mitteln, aber dank des bedeutenden elsässischen Druck- und Verlagswesens auch in hoher technischer Qualität. Die Bibliothèque nationale et universitaire in Straßburg konnte dank der offiziellen Aufrufe zur Einrichtung von Kriegssammlungen seit 1914 schon während des Krieges eine der größten europäischen Sammlungen deutscher Feldzeitungen zusammenstellen. Aus den 55 Titeln, die sie heute besitzt, werden hier die schönsten präsentiert. Sie alle stammen aus den Vogesen.

fluxus 25 (2013): OBJEKT DIGITAL. FRIEDRICH KITTLERS SPEICHER. Fünf Rechner gehören zum Nachlass von Friedrich Kittler, dem 2011 gestorbenen berühmtesten deutschsprachigen Medienwissenschaftler. Ein kaum benutzter Rechner stand in seinem Büro, zwei aus seiner Berliner Wohnung werden zur Zeit für eine Edition seiner Schriften ausgewertet, zwei sind schon im Deutschen Literaturarchiv Marbach: Der eine hat keine Festplatte mehr und ist nur ein leeres Metallgehäuse, der zweite konnte noch zum Laufen gebracht und so auf eine virtuelle Maschine umkopiert werden. Bislang wurden auf Friedrich Kittlers Speichern 1,7 Millionen Dateien, Programme und Quellcodes gefunden, abgelegt vom User »Ich«. Doch: Was geht beim virtuellen Kopieren verloren? Wie archiviert und liest man so etwas, wie kann man es verstehen und ausstellen? Sind Kittlers Rechner nur noch Träger von Benutzungsspuren, leere Gehäuse, aufgeladen allerhöchstens mit einer symbolischen Bedeutung oder auch nur mit biographischen Anekdoten? Verschwindet die lesbare Welt mit der Digitalisierung hinter einem Gebirge alphanumerischer Codes oder ist der Quellcode gar ein elementarer Schöpfungsakt, ein eigenes Werk? Videomitschnitt der Initialveranstaltung mit Peter Berz und Markus Krajewski.

fluxus 24 (2013): »DU SAGST JA IMMER; WIR SIND EIN GESPRÄCH.« VORLASSBESICHTIGUNG BEI TANKRED DORST UND URSULA EHLER. Zum ersten Mal haben sich das Archiv und zwei seiner ›Vorlasser‹ über die Schulter schauen lassen – Annäherung an eine große Schreibgemeinschaft: Die Theaterstücke von Tankred Dorst, der zu den meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsautoren gehört, entstehen seit vierzig Jahren im Dialog mit seiner Frau. Video Die beiden sammeln ihre Ideen und Projekte in einem riesigen alten Apothekerschrank und schreiben an Tischchen im Café, auf Reisen, zu Hause – nahezu immer in hohe, schmale Hefte. Sie sind die Bühne, auf der die Figuren ihrer Stücke in die Welt und auch in ihr herum kommen. »Man schreibt ja nicht Sätze, sondern Menschen.« Und sie sind eine Schule des Theaters: »Dieses schmale Hochformat bringt uns dazu, kurze, präzise Dialoge zu machen. Ganz anders als ein breites Blatt, bilde ich mir ein. Theatersätze müssen kurz und prägnant sein.« Zur Ausstellung ist ein Marbacher Magazin erschienen.

fluxus 23 (2012/13). PEN. WRITERS IN PRISON – WRITERS IN EXILE. Für die Ausstellung Kassiber. Verbotenes Schreiben stellte das PEN-Zentrum Deutschland mit seinen Writers-in-Prison- und Writers-in-Exile-Programmen acht Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus seiner Geschichte und Gegenwart vor – aus dem vom Deutschen Reich annektierten Polen, der ehemaligen Tschechoslowakei und der früheren Sowjetunion, aus Kuba und der Türkei, China und dem Iran. Im Zentrum standen noch unveröffentlichte, hier das erste Mal gezeigete Kassiber von Liao Yiwu: »Entstanden sind diese Texte zwischen November 1992 und Januar 1994. Ihr Entstehungsort ist das Provinzgefängnis Nr. 3 in Dazhu, einem Landkreis in den Daba-Bergen im Norden der Provinz Sichuan.« (Zum Film mit Liao Yiwu) Mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Wiedeking Stiftung Stuttgart. Zur Ausstellung präsentierte der PEN in einer Veranstaltungsreihe seine Arbeit und seine Stipendiaten: Begleitprogramm Mehr zum PEN

fluxus 22 (2012). HANS ULRICH GUMBRECHT. 1926. EIN JAHR IM KOPF. Wie werden vergangene Zeiten gegenwärtig? Welche Rolle spielen dabei das Hören, Sehen und Riechen, das Anfassen und Lesen, das Schreiben und Zeichnen? Hans Ulrich Gumbrecht hat die Materialien zu seinem Buch über »ein Jahr am Rand der Zeit« in fünf Kartons nach Marbach geschickt. Zeitreisekoffer, in denen die Techniken der Präsenzerzeugung augenfällig werden, das Kondensieren von Tagen und Wörtern, von Listen, Gruppen und Formeln: »Ich brauche, um es als Paradox zu formulieren, Klarheit in meinem Kopf, um eine Zeit als labyrinthische Zeit vergegenwärtigen zu können. Vielleicht nimmt die räumliche Struktur meiner Notizen die Räumlichkeit als Dimension von ›Präsenz‹ vorweg.« Videomitschnitt der Eröffnung

fluxus 21 (2012). MOND-SCHEIN-GESCHICHTEN. Zum 250. Todestag von Tobias Mayer. Er war einer der beliebtesten Zuhörer seiner Zeit: »Willkommen, o silberner Mond, / Schöner, stiller Gefährt der Nacht!«, redete ihn 1764 Friedrich Georg Klopstock an, 1778 Goethe: »Füllest wieder Busch und Tal / Still mit Nebelglanz, / Lösest endlich auch einmal / Meine Seele ganz.« Das wissenschaftliche Mond-Bild dieser Zeit hat der in Marbach geborene Astronom Tobias Mayer geprägt. Dazu erzählen Schüler der Literaturschule LINA dessen Geschichten: Videomitschnitt der Eröffnung und Videoclip des Projekts Ein Kooperationsprojekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach und des Tobias-Mayer-Vereins.

fluxus 20 (2011). GETEILTE POST: FRANZ KAFKA AN GRETE BLOCH / Seiner späteren Verlobten Felice Bauer hat Kafka 1913 seine Liebe erklärt: »Ich wollte nur noch sagen, daß in dem Vorigen alles was Dir mißfällt nicht wahr und nicht so gemeint ist; es ist zwar vollkommen wahr und auch so gemeint, aber ich liebe Dich so, daß ich, wenn Du es mit einem Blicke willst, auch die Unwahrheit sage und – noch mehr – sie glaube.« Was macht man, wenn man in einer solchen Liebe als Dritte dazwischensteht: Vermittlerin zwischen den Liebenden, Freundin, Medium und Stellvertreterin der Geliebten, Vertraute des Liebhabers? Felice Bauers beste Freundin Grete Bloch hat die Briefe, die sie von Kafka bekam, zum Teil auseinandergenommen, um sie an Felice weiterzugeben, für die sie ihr im Grunde bestimmt schienen. Anders als Felices Stücke der geteilten Post, die zusammen mit Kafkas Briefen an sie nach einer Auktion 1987 in unbekannte private Hände gekommen sind, können 28 der Briefe und Briefteile, die Grete für sich behielt, dank der Wiedeking Stiftung Stuttgart nun zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden: Zeugnisse einer der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Weltliteratur, in der Kafka zwei Frauen, eine Liebe und viele Wahrheiten beschwört. Die Eröffnungsrede hielt Peter-André Alt. Die Briefe sind in einem kleinen Katalog dokumentiert.

fluxus 19 (2011). GÜNTER GRASS: PETER RÜHMKORF NACHGELESEN. / Nachdem Peter Rühmkorf am 8. Juni 2008 gestorben war, veröffentlichte Günter Grass einen Nachruf in Versen: »Ach Freund! Wer kümmert sich jetzt / um deine Reime? Findling und Gründling, / Eckensteher und Heckenspäher / suchen verwaist einander, / warten vergeblich auf dich«. 36 Monate später hat Grass einen Blick in den Marbacher Nachlass seines Weggefährten geworfen. Erst Rühmkorfs Entwürfe, Tagebücher und Notizsammlungen machen die ungeheuren Dimensionen des Sprachabenteuers deutlich, das sein Leben bestimmte. Seine schriftlichen Hinterlassenschaften füllen über 600 Archivkästen. In dieser Schreibwerkstatt baute Rühmkorf, wie er selbst einmal schrieb, eine Art »Universum« aus »verlorenen Augenblicken«: »Wo immer ich gehe, stehe, sitze, liege oder fliege, rast, flattert, flimmert, wedelt, taumelt, fegt und schwebt so viel poetischer Leuchtstoff auf meinem inneren Wahrnehmungsschirm vorbei, daß ich ihn in der Eile […] (statt ihn in den grauen Müllsack segeln zu lassen) in diesem vorläufigen Zustand einer ersten Anwehung festzuhalten suche.« (Selbst III/88. Aus der Fassung, 1989)

fluxus 18 (2011). RAINALD GOETZ. POLITISCHE FOTOGRAPHIE. / Das objektive Bild der Welt, öffentlich verbreitet, wird in Kollision gestellt zu dem privaten, das der Bildband elfter september 2010 sammelt: Haus, Baum, Menschen, Blicke, als subjektives Porträt der jüngsten Vergangenheit, des Jahrzehnts der Nullerjahre. In der Folge, Bild für Bild, wird die Emotion bewegt, bestimmt. Das Buch des Todes ist ja noch geschlossen. Aufgeschlagen: Gegenwart. "Der Auftaktabend ist eines jener seltenen Ereignisse, die einem den tieferen Sinn von literarischen Veranstaltungen vergegenwärtigen und die Lust am Text zurückbringen können: Hier geht es um die Praxis der Sprache, um ein Floaten zwischen Poesie, Analyse und feuilletonistischen Gemeinheiten, um Aufgekratztheit und Ordnungswahn, um das genaue Sehen." (Ulrich Rüdenauer, ZEIT) Videomitschnitt

fluxus 17 (2010). GEORG PICHTS PLATON-ARCHIV / 750 Zettelkästen, jeder dicht gefüllt mit Stellennachweisen aus Platons Kosmos. Die riesige Ideen- und Textmaschine, die der Religionsphilosoph und Reformpädagoge Georg Picht, der Erfinder des Wortes »Bildungskatastrophe«, nach dem Krieg im Hinterzartener Birklehof aufbaute, ist am Abend des 1. Oktober vollständig im Museum aufgebaut. Der Altphilologe HELLMUT FLASHAR, in den fünfziger Jahren wissenschaftlicher Angestellter des Platon-Archivs, erläutert Inhalt und Funktion. Der Verleger MICHAEL KLETT erinnert sich an seine Schulzeit am Birklehof. Zu Hellmut Flashars Text in der „Zeitschrift für Ideengeschichte” (Zettel’s Traum. Georg Picht und das Platon-Archiv, ZIG 1/2011, 94-104) s. blogs.faz.net/antike/2011/04/26/mit-platon-nicht-fertig-geworden-georg-pichts-zettelkasten-258/

fluxus 16 (2010). KULTURAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG IN MARBACH / Im Deutschen Literaturarchiv Marbach wurden in der vorletzten Woche der Sommerferien 20 Schüler, die sich mit einer Kurzgeschichte oder Gedichten zum Marbacher Jahresthema »Tauschen« bewarben und von einer einer Jury ausgewählt wurden, von zwei jungen Dichtern - Silke Scheuermann und Mathias Göritz - in die Geheimnisse der Literatur eingeweiht: Wie erzeugt man aus Worten eine neue Welt? Wie findet man seinen eigenen Ton, welche fast unendlichen Möglichkeiten liegen in der Fülle der Sprache verborgen? Und wie entsteht aus einer ersten Idee der eigene Text? Die Schriftsteller gaben Hilfe beim Entwickeln von Figuren, beim Entwerfen der geeigneten Perspektive und beim Finden des eigenen Stils.

fluxus 15 (2010). MIT DEM SCHRIFTZUG INS MUSEUM. EIN LINA-PROJEKT / »Wo der eine Schatten siehet / Sieht der andere goldnes Licht«. Uhland, aus dessen Gedicht Bidassoabrücke diese Verse stammen, ist der Namensgeber der Marbacher Uhlandschule, einer Förderschule. Zwölf ihrer Schüler haben im Schiller-Nationalmuseum nach den Überbleibseln des Dichters gesucht und den Weg von ihrer Schule ins Museum mit selbst gestalteten Schriftfahnen markiert, die einen Sommer lang auch den Besuchern der Museen neue Zugänge zu seinem Werk zeigen. Die Literaturschule LINA wird gefördert von der PwC-Stiftung. Projektleitung: Andrea Thormählen. In Zusammenarbeit mit Cordula von Kolzenberg, Myriam Hildebrand und Verena Hünig. Videoclip

fluxus 14 (2010). FREDDY LANGER. Schlafende Geister / Was geschieht, wenn die Fenster zur Seele, die Augen, geschlossen werden? Was vermag der Mund ohne sie auszudrücken? Freddy Langer, Reiseressortleiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, fotografiert seit mehr als dreißig Jahren Prominente, alle mit Sofortbildkamera und alle mit Schlafbrille. Aus seiner großen Sammlung hat er 40 Polaroids bekannter Wortkünstler ausgesucht.

fluxus 13 (2010). MARTIN MOSEBACH. Über das Schwarz-Machen des Papiers / »Das Zeichnen ist für mich ein Zustand des mühelosen Hervorbringens, der sich von dem mühevollen Schreiben sehr angenehm abhebt und einstimmt in die Arbeit, es möglich macht, in das Schreiben hineinzugleiten.« In fluxus 13 - Teil der triptychonartigen Ausstellung ›Randzeichen‹ - lerrnt man den Büchner-Preisträger Martin Mosebach von einer neuen Seite kennen: als Kritzler, der die schwarze Kunst in allen Variationen schätzt. Marbacher Magazin 131

fluxus 12 (2009/10). SIBYLLE LEWITSCHAROFF. Der Dichter als Kind. Fünf szenische Objekte / Auch Dichter waren Kinder. Dennoch gibt es im Marbacher Archiv kaum etwas, das von der Zeit zeugt, bevor sie schreiben und lesen konnten. Gesammelt wird, was von der Mündigkeit eines Autors zeugt. Sibylle Lewitscharoff hat diese Lücke mit fünf phantastischen, ironischen, liebevollen und auch bösen Szenarien aus dem präliteralen Leben von Goethe und Schiller. Clemens Brentano, Gottfried Keller und Karl Philipp Moritz gefüllt. Videoclip  Marbacher Magazin 128

fluxus 11 (2009). SCHILLERS URENKEL / Einblick in zwei Marbacher Sommerschulen. 250 Jahre nach Schillers Geburt beschäftigen sich in Marbach immer noch zahlreiche Nachwuchsdichter und -forscher mit ihm, Schillers Kindeskinder wenigstens im Geiste. Ein Film stellt sie vor: die Schüler, die angeleitet von dem Drehbuchautor und Schauspieler Christoph Wortberg »(Schiller)- Krimis« schreiben, und die Doktoranden, die gemeinsam mit renommierten Hochschullehrern dem Verhältnis von anthropologisch-psychologischen Erkenntnissen und literarischen Texten nachgehen.

fluxus 10 (2009). ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE: SCHILLER AUF DER BÜHNE / Im Rahmen der Ausstellung »Autopsie Schiller. Eine literarische Untersuchung« zeigen wir Schillers Himmel und Hölle auf der Bühne - in Ausschnitten aus berühmten Bühneninszenierungen.

fluxus 9. LINA. DAS ERSTE MAL IM  MUSEUM / Seit 2008 gibt es im LiMo ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt: die Literaturschule LINA. Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung bindet das Museum die Schüler aktiv in seine Vermittlungs- und Forschungsarbeit ein. Die ersten beiden Projekte – ein Audioguide von Schülern für Schüler und die Sichtung des Nachlasses von Peter Hacks – werden in Filmen und einer Ausstellung vorgestellt. Mit Schülern der Grundschulen Erdmannshausen und Rielingshausen und des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach. Gefördert von der PwC-Stiftung. http://www.youtube.com/watch?v=5nKpP1X8y1Q&list=PL2sE6vqXIDSDxliCd6PskdFay6tN76oAM&feature=c4-overview-vlVideoclip

fluxus 8 (2008). FRANK SCHIRRMACHER. GERMAN ANGST UND KAFKAS APOKALYPSE / Frank Schirrmacher ist seit 1994 einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der mehrfach ausgezeichnete Journalist kennt Kafkas Werk aus unterschiedlich geprägten Perspektiven. In Marbach spricht er über Kafkas Ausdrucksformen für ein Gefühl, das am Anfang (und Ende) jeder Kultur steht: Angst. Den Abend moderierte Stephan Schlak.

fluxus 7 (2008). HANNS ZISCHLER. I WOULDN'T START FROM HERE / Vermeintlich hilfsbereite Zeitgenossen unterstützen ihre Ausführungen gegenüber Suchenden gern mit einer rasch gefertigten Skizze. Hanns Zischler, rastlos neugieriger Filmschauspieler und Schriftsteller, sammelt seit vielen Jahren solche Zeugnisse menschlicher Orientierungssehnsucht. In die Hände gefallen sind ihm Dokumente aus aller Welt, die meist mehr über die (sich) verortenden Personen und Kulturen verraten als über den wirklichen Weg zum Ziel. Im Marbacher Magazin 122 sind sie erzählerisch dokumentiert. Im Gespräch mit Dietrich Leube stellt er Blätter aus seiner Sammlung vor. Gesprächsmitschrift

fluxus 6 (2008). ALBERT OSTERMAIER. S E X . DIE GESCHICHTE VON DREI BUCHSTABEN / Sex sells, so heißt das Gesetz vieler Ausstellungen. In der Literatur jedoch sind die Liebe und ihr körperlicher Widerpart, der Sex, immer nur aus Worten gemacht. Albert Ostermeier erzählt seine Geschichte der drei Buchstaben S, E und X.

fluxus 5. THE WRITERS BLOCK / entfallen.

fluxus 4 (2007). HEINRICH STEINFEST. DAS VERDÄCHTIGE OBJEKT / Der Stuttgarter (Krimi-)Autor stellt zehn Objekte aus der Dauerausstellung des LiMo vor, die ihm sein kriminalistischer Spürsinn verdächtig gemacht hat. Von Kästner über Handke und Bernhard zurück zu Tappert, Doderer und Stifter führt ihn seine deutsch-österreichische Suche im LiMo, dem »Bauch der Prinzessin«. Steinfest hat die ungewöhnliche Eingeweideschau nicht nur kartografiert. Wer Lust hat, der kann sich seitdem von seinem eigens für Marbach geschriebenen Text durch nexus führen lassen. Gesprächsmitschrift

fluxus 3 (2007). ULRICH WOELK. IM ORBIT DES ARCHIVS: 50 JAHRE SPUTNIK /  Am 4. Oktober 2007 wird der Sputnik 50 Jahre alt: eine mobile Himmelskugel, die endlich zu erfüllen schien, was die Menschen in der Literatur und Philosophie sich seit Jahrtausenden erträumten – rundum Teil eines großen, geordneten Ganzen sein, in dessen Brennpunkt sie selber stehen. Wie spiegelt sich der Sputnik am Himmel in den Quellen des Archivs? Der Astrophysiker und Schriftsteller hat sich auf die Suche nach dem literarischen Vor- und Nachleben des russischen Erdbegleiters begeben. Gesprächsmitschrift

fluxus 2 (2006). SIGRID LÖFFLER. DAS UNGEKANNTE MEISTERWERK ODER LÖFFLERS ELFTES GEBOT / Im Schatten der Kanondiskussion wächst das Unwissen. Mit jedem neuen Buch, das uns als Jahrhundertwerk eingeredet wird, stürzt ein anderes in den Orkus des Vergessens. Sigrid Löffler erinnert an zehn unverzichtbare literarische Begleiter erinnert und erweitert den Dekalog um ein elftes Gebot: Du sollst wiederlesen! Gesprächsmitschrift

fluxus 1 (2006). KLAUS WAGENBACHS NEUN MUSEN / Der Phantasie setzen höchstens die Musen eine Grenze. Neun an der Zahl sind es, jede inspiriert eine andere Gattung der Dichtkunst: Erato, Euterpe, Kalliope, Klio, Melpomene, Polyhymnia, Terpsichore, Thalia, Urania. Klaus Wagenbach, Literaturhistoriker und Verleger, ist der Einladung des Deutschen Literaturarchivs gefolgt, seine neun Musen vorzustellen. Er hat seinen Schreibtisch leergeräumt, lässt seine Kaninchen los, führt uns nach Böhmen und Italien, zeigt uns den elfenbeinernen Gürtelknauf der Polyhymnia und den Wetzstein von Kafkas Großvater. Gesprächsmitschrift