Museum
Ausstellungen
Suhrkamp-Insel 2010 bis 2014. Die Erwerbung der Verlagsarchive von Insel und Suhrkamp gehört zu den spektakulärsten Ereignissen in der Geschichte des Deutschen Literaturarchivs. Sie zieht - zeitlich, nicht räumlich gemessen - die größte Ausstellung nach sich, die Marbach je gezeigt hat. Vier Jahre lang, mit drei Wechseln im Jahr, wird auf einem großen Auspacktisch im Literaturmuseum der Moderne gezeigt und mit prominenten Gästen diskutiert, welche Dimensionen sich dahinter verbergen.
AKTUELL
SUHRKAMP-INSEL 6: 1912. Ein Jahr auf der Insel (bis 26. August). Rainer Maria Rilkes Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke ist die Nummer eins der im Jahr 1912 gegründeten Insel-Bücherei. Die Ausstellung zeigt vom Jahr seines Erscheinens das Jahrhundert seiner Erfolgsgeschichte. Die Insel-Bücherei mit ihren preisgünstigen und bibliophil ausgestatteten Bänden wurde auf dem Buchmarkt zu einem Ereignis. Der meistverkaufte Titel war von Anfang an der Cornet. Das Spektrum der Reihe trug deutlich die Handschrift des Insel-Verlags: Neben zeitgenössischen Autoren wie Rilke und Hofmannsthal dominierten Klassiker des In- und Auslands, historische und politische Schriften sowie Texte des Altertums. Cornet-Exemplare aus der Produktionsbibliothek des Insel-Verlagsarchivs zeigen den in sechs politischen Systemen – vom Kaiserreich bis zum wiedervereinigten Deutschland – ungebrochenen Erfolg der Insel-Bücherei.
Die darauffolgenden Ausstellungen gelten Ror Wolf (13. September bis 2. Dezember 2012) und Gershom Scholem (13. Dezember 2012 bis 3. März 2013).
BISHERIGE AUSSTELLUNGEN
Ingeborg Bachmanns ›Malina‹. 27. Oktober 2011 bis 19. Februar 2012
»Ich liebe Dich und ich will Dich nicht lieben«, schrieb Ingeborg Bachmann an Paul Celan. In Malina heißt es: »(abbandonandosi, sotto voce) Lieb mich, nein, mehr als das, lieb mich mehr, lieb du mich ganz, damit es bald zu Ende ist.« Bachmanns einziger Roman war 1971 ein Wagnis. Martin Walser, der das Manuskript für den Suhrkamp-Verlag lektorierte, schrieb für den Klappentext: »Das ist wohl die kühnste ›Dreiecksgeschichte‹, die man sich denken kann«. Einige der Dokumente, Textstufen und Briefe aus der Entstehungsgeschichte werden erstmals ausgestellt. Ausstellungstexte
Stefan Zweigs Weltbibliothek. 29. Juni bis 16. Oktober 2011
Der Kosmopolit Stefan Zweig und der national gesinnte Liebhaber klassischer Literatur Anton Kippenberg treffen aufeinander. Ihr umfangreicher Autor/Verleger-Briefwechsel ist im Zeitraum von 1918 bis 1923 vor allem von einem Großprojekt bestimmt: der Buchreihe ›Bibliotheca mundi‹. Werke der Weltliteratur in Originalsprachen sollten sich in einer ›Weltbibliothek‹ unter dem Dach des Insel Verlags vereinen. Doch obwohl die ersten Bände, die Ende 1920 auf den Markt kamen, auch international lobend aufgenommen wurden, kam sehr bald die Ernüchterung. 1923 wurde das ambitionierte Projekt eingestellt. Zur Eröffnung sprach der Verleger Michael Krüger über Reihen- und Kanonpolitik. Ausstellungstexte
Max Frisch: Das Tagebuch. 24. Februar bis 26. Juni 2011
In Auseinandersetzung mit Peter Suhrkamp entwirft Max Frisch sich als Autor neu. Dabei entsteht das Tagebuch 1946-1949, das sich im Nachhinein als die Keimzelle seiner erfolgreichsten Texte und Hauptwerk der Suhrkamp-Ära herausstellte. Nun sind erstmals die Zeugnisse dieser Zusammenarbeit ausgestellt. An andere Gemeinschaftsprojekte, wie die Verfilmung von Homo Faber und einen geschenkten Jaguar, erinnerte sich zur Eröffnung der Regisseur Volker Schlöndorff. Zur Ausstellung erschien das Marbacher Magazin 133.
Becketts Botschaften. 14. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011
Als 1953 bei Suhrkamp Warten auf Godot erschien, war Beckett noch unbekannt. Die darauf folgende beispiellose Erfolgsgeschichte, die das Theater und die Literatur veränderte, wurde von über 100 Postkarten begleitet, die Beckett an Siegfried Unseld schrieb. Erstmals wird nun daraus eine Auswahl gezeigt. Zur Eröffnung sprachen Wilhelm Genazino und Michael Lentz über Becketts anhaltende Faszination. Ausstellungstexte
Cortázar, Onetti, Paz. Suhrkamps großer Süden. 11. Juni bis 3. Oktober 2010
Die Ausstellungsreihe nimmt ihren Anfang in den Weiten der Weltliteratur. Suhrkamp hat maßgeblich unsere Vorstellung von südamerikanischer Literatur geprägt. Mit Julio Cortázar, Juan Carlos Onetti und dem mexikanischen Nobelpreisträger Octavio Paz präsentierte der Verlag seit den siebziger Jahren gleich drei Jahrhundertautoren, die auch in der deutschen Gegenwartsliteratur deutlich erkennbare Spuren hinterlassen haben. Zum Auftakt sprachen Ulla Unseld-Berkéwicz und Ulrich Raulff. Jan Bürger und Heike Gfrereis diskutierten mit Durs Grünbein über die poetische Aktualität der lateinamerikanischen Literatur, insbesondere über diejenige von Juan Carlos Onetti. Aussstellungstexte






