Stipendien
Doktorandentagung
Doktorandentagung
7. - 8. Oktober 2010
des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte der Universität Würzburg im
Deutschen Literaturarchiv Marbach
Call for Papers
Schiller als Philosoph
„Ich habe immer nur das aus philosophischen Schriften (den wenigen, die ich las) genommen, was sich dichterisch fühlen und behandeln läßt“, schreibt Friedrich Schiller 1788 an seinen langjährigen Freund Gottfried Körner. Schiller als Philosophen zu betrachten, mag vor dem Hintergrund dieses Selbstzeugnisses widersprüchlich erscheinen. Er sei nicht nur philosophisch unbelesen, sondern verfolge auch ausschließlich literarische Ambitionen, so lässt er seinen Briefpartner wissen. Und doch: Wie kaum ein anderer Dichter der Spätaufklärung hat Schiller eine umfassende philosophische Bildung während seiner Zeit an der Karlsschule erfahren, und er hat sich mit seinen Dissertationen oder den Philosophischen Briefen unmittelbar an dem anthropologisch-philosophischen Diskurs der Zeit beteiligt. Französischer Materialismus, britischer Empirismus und eine spekulative Metaphysik treffen in Schillers Schriften aufeinander. Durch die Kant-Rezeption Anfang der 1790er Jahre erhal¬ten diese schließlich noch einen weiteren maßgeblichen Anstoß.
Diesen vielfältigen und durchaus auch konträren philosophischen Richtungen im Werk eines der bedeutendsten Vertreter und Kritiker der deutschen Aufklärung nachzuspüren, soll Ziel der geplanten Tagung sein. Dabei richtet sich das genauere Interesse auf Fragen nach Schillers Stellung zwischen Metaphysik und Skeptizismus, Rationalismus und Empirismus. Neben dem Blick auf Schillers theoretische Schriften soll auch versucht werden, Brücken zu seinem poetischen und dramatischen Werk zu schlagen. Mit den umfangreichen Beständen zu Friedrich Schiller in Marbach sowie dem Nachlass der Karlsschule in Stuttgart bietet sich das Deutsche Literaturarchiv dabei auf doppelte Weise als Tagungsort an.
Zur Teilnahme herzlich eingeladen sind Promotionsstudenten aller einschlägigen Disziplinen (Germanistik, Philosophie, Geschichte), die sich vorzugsweise in ihren Dissertations¬projekten mit diesen und angrenzenden Fragestellungen beschäftigen. Um Vortragsexposés (max. 3.000 Zeichen) zusammen mit einem kurzen CV wird bis zum 1.6.2010 auf die e-Mail-Adresse c.burtscher(at)uni-wuerzburg.de gebeten. Die finanzielle Eigenbeteiligung für Vortragende beträgt 60 € sowie die Fahrtkosten.
Organisation / Kontakt:
Cordula Burtscher
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte
Universität Würzburg
Am Hubland
97074 Würzburg
c.burtscher(at)uni-wuerzburg.de
Gefördert vom Deutschen Literaturarchiv Marbach
