Tagungen https://www.dla-marbach.de/ RSS-Feed des DLA Marbach Sentimental Futures 17.04.2026 https://www.dla-marbach.de/kalender/detail/804/?cHash=7bc1751292b012c1d792295bebffc013 Tagung, Das Sentimentale wird häufig mit Nostalgie und dem Schwelgen in Erinnerungen in Verbindung gebracht. Eine solche temporale Verengung verdeckt jedoch die Wirkmächtigkeit des Sentimentalen als zukunftsorientierten affektiven Code – als emotionaler Antizipation des Kommenden. Vergangenheit und Zukunft sind gleichermaßen unverfügbar; gerade diese Unverfügbarkeit macht beide Zeithorizonte zu produktiven Schauplätzen sentimentaler Projektion. Die internationale Konferenz betrachtet die Sentimentalisierung des Zukünftigen als kulturelle Praxis und fragt danach, wie Ungewisses in stabilisierende und legitimierende Zukunftsvisionen transformiert wird. In der von ökologischen Krisen, affektiver Polarisierung und (digitaler) Beschleunigung geprägten Gegenwart manifestieren sich solche Praktiken in vielfältigen Formen. Dabei zeigt sich, wie Sentimentalität individuelle Emotionen mit kollektiven, normativen Visionen verknüpft. Die Konferenz fokussiert daher das Sentimentale als entscheidende emotionale Ressource, um Kommendes zu imaginieren, zu hinterfragen und Wege in eine unsichere Zukunft zu finden. Am 24. April um 9 Uhr hält Eileen Hunt (University of Notre Dame) den Keynote-Vortrag ›Sentimentalism and Virtual Reality: The Futuristic Legacies of Mary Shelley's The Last Man‹.– Die Tagung findet auf Englisch statt. Programm Internationale Konferenz in Verbindung mit dem Graduiertenkolleg ›Das Sentimentale in Literatur, Kultur und Politik‹ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.  Literary consecration and the transformation of publishing in the era of globalization 18.12.2025 https://www.dla-marbach.de/kalender/detail/808/?cHash=14fdcca1d231029c149eb273be8cbe20 Tagung, Seit der Zwischenkriegszeit hat das Verlagswesen das Potenzial von Literaturpreisen erkannt, symbolisches Kapital in wirtschaftliches Kapital umzuwandeln. Literaturpreise sind Teil des Weiheprozesses, der laut Pierre Bourdieu die langfristige Akkumulation von symbolischem Kapital sicherstellt, ein Prozess, der für den Bereich der Kleinproduktion im Verlagswesen charakteristisch ist, im Gegensatz zur Logik des kurzfristigen Gewinns, die den Bereich der Großproduktion beherrscht. Diese ›Prestigeökonomie‹ wird jedoch durch das zunehmende Gewicht kommerzieller Zwänge in Verlagen bedroht, insbesondere infolge des Konsolidierungsprozesses, der sich im Zeitalter der Globalisierung beschleunigt hat. Die damit einhergehende Entnationalisierung der Literatur und die Förderung von Minderheiten können als positive Entwicklung hin zu mehr Vielfalt und Inklusion angesehen werden. Internationale Literaturpreise neigen jedoch dazu, Autorinnen und Autoren zu belohnen, die in den Zentren veröffentlicht werden, und reproduzieren damit Ungleichheiten auf dem Weltmarkt für Übersetzungen. Mit Blick auf diese Entwicklungen wird das Symposium die Auswirkungen internationaler Literaturpreise auf verschiedene nationale und sprachliche Buchmärkte aus vergleichender Perspektive hinterfragen. Umgekehrt wird die Frage gestellt, wie sich der Wandel der Verlagsbranche auf internationale Literaturpreise auswirkt. – Die Tagung findet auf Englisch statt. In Kooperation mit dem Centre national de la recherche scientifique, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Schwedischen Akademie Stockholm und der Universität Stockholm. Internationale Tagung: Thomas Manns ›Pariser Rechenschaft‹ (1926). Deutsch-französischer Austausch – Europäische Gespräche – Essayistische Experimente 18.12.2025 https://www.dla-marbach.de/kalender/detail/809/?cHash=15a33b25aebe70028360c68dc3643983 Tagung, Thomas Mann reiste im Januar 1926 nach Paris, um sich dort sieben Jahre nach dem Versailler Vertrag als inoffizieller Kulturbotschafter der Weimarer Republik um eine deutsch-französische Wiederannäherung zu bemühen. Die Eindrücke der neuntägigen Reise, die Thomas Mann als »ein Abenteuer ersten Ranges« bezeichnete, verarbeitete er in seiner Pariser Rechenschaft, die 1926 im S. Fischer Verlag erschien. Die geplante Tagung stellt sowohl die Reise und deren Genese, die politisch-diplomatischen Kontexte und wissenschaftsgeschichtlichen Folgen als auch die Pariser Rechenschaft als eigenartige Gattungshybride literaturwissenschaftlich in den Mittelpunkt und beleuchtet damit den deutsch-französischen Kulturtransfer und die Europakonzepte der Zwischenkriegszeit. Mit Olivier Agard, Barbara Beßlich, Tillmann Heise, Friedhelm Marx, Kai Sina, Joëlle Stoupy u.a. Den Abendvortrag am 23. Juni in der Deutschen Botschaft hält Hans Wißkirchen. In Kooperation mit der Universität Heidelberg, der Sorbonne Université, Paris und der Deutschen Botschaft in Paris.