DLA Marbach

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) ist eine der bedeutendsten Literaturinstitutionen weltweit. In seinen Sammlungen vereinigt und bewahrt es eine Fülle kostbarster Quellen der Literatur- und Geistesgeschichte. Es dient der Literatur, der Bildung und der Forschung. Erkenntnis aus originalen Quellen zu fördern und Freude an der Literatur zu wecken, sind seine Ziele. Regional bildet es einen Mittelpunkt des literarischen Lebens für seine nähere und weitere Umgebung. National ist es das wichtigste Zentrum zur Sammlung und Erschließung der deutschen Literatur seit der Aufklärungszeit. International gehört es zu den angesehensten wissenschaftlichen Institutionen Deutschlands. Es arbeitet auf allen Ebenen mit anderen Einrichtungen des kulturellen Gedächtnisses zusammen und sucht sich in seinen Schwerpunkten mit ihnen zu ergänzen.

Die Sammlungen

Die Sammlungen werden im Museum für die Öffentlichkeit, im Archiv für die Forschung erschlossen. Sie geben ein Bild der Literatur deutscher Sprache, des literarischen und kulturellen Lebens von 1750 bis zur Gegenwart, auch in der Wechselwirkung mit anderen, fremdsprachigen und wissenschaftlichen Literaturen. Die Sammlungen überliefern Zeugnisse der Entstehung, Verbreitung, Wirkung, Deutung und Erforschung literarischer und geistesgeschichtlich bedeutsamer Werke und des Lebens und Denkens ihrer Autorinnen und Autoren in handschriftlicher und gedruckter, bildlicher und gegenständlicher, audiovisueller und digitaler Form.

Im Mittelpunkt der Sammlungen stehen die Nachlässe bedeutender Schriftstellerinnen, Schriftsteller und Gelehrter sowie die Archive von Institutionen, darunter als wichtigstes Verlagsarchiv des 19. Jahrhunderts das der Cotta'schen Buchhandlung. Daneben steht die größte deutsche Quellen- und Forschungsbibliothek für die deutschsprachige Literatur und die Literaturwissenschaft von der Aufklärungszeit bis in die Gegenwart. Die Kunstsammlung umfasst in ihren reichen Beständen eine einzigartige Portraitgalerie zur deutschen Literatur und Geistesgeschichte.

Der Zugang zu den Sammlungen steht jedermann offen, der Quellen für seine Arbeit braucht. Das Ensemble der Sammlungen wird im integrierten Katalogsystem Kallías mit weltweitem elektronischen Zugang differenziert erschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen mit ihrem Fachwissen jederzeit zur Beratung bereit. Ihre Kompetenz und Sammlungskenntnisse finden ihren Ausdruck in Ausstellungen und Katalogen, in Grundlagenwerken (Editionen, Bibliographien, Lexika) und in wissenschaftlichen Darstellungen.

Ausstellungen und Forschungen

Gemeinsam mit anderen Institutionen und Universitäten führen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Deutschen Literaturarchivs Forschungsprojekte durch, die aus Drittmitteln gefördert werden. Stipendienprogramme, Arbeitskreise, Tagungen, Sommerschulen und das Leben im Collegienhaus machen intensive Diskussionen und Begegnungen in Marbach möglich. In diesem Sinn versteht sich Marbach auch als Forum der intellektuellen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen; hier nimmt es wissenschaftliche Impulse auf, formuliert Fragestellungen und trägt zu deren Beantwortung bei.

Mit Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen wendet sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach an eine möglichst breite Öffentlichkeit. Die Aktivitäten der Marbacher Museen geben auf unterschiedlichste Weise Einblick in die Sammlungsbestände und Forschungen. Sie greifen literarische, künstlerische und kulturwissenschaftliche Themen auf und entwickeln sie mit ästhetischen Mitteln weiter. Führungen, Lesungen und Veranstaltungen vermitteln direkte Begegnungen mit den Autoren und ihren Werken. Abwechslungsreiche Ausstellungen, intellektuell anspruchsvolle Begleitprogramme und museumspädagogische Angebote wenden sich besonders an ein jüngeres Publikum und führen es an die Literatur und an aktuelle Forschungen der Literatur-, Kultur- und Geisteswissenschaften heran.

Das Schiller-Nationalmuseum und das Literaturmuseum der Moderne ergänzen sich zu einem großen deutschen Literaturmuseum.

Die Mitarbeiter

Das erfolgreiche Wirken des Hauses erwächst aus der sachkundigen und effektiven Arbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihrem hohen fachlichen Wissen und ihrer vorzüglichen Kenntnis der Sammlungen stehen sie zur persönlichen Beratung in Marbach, für schriftliche und telefonische Anfragen sowie für andere fachliche Dienstleistungen bereit. Sie handeln selbständig und verantwortlich in klar definierten Zuständigkeitsbereichen. Auf ihrer hohen persönlichen Motivation und ihrer freundlichen Zuwendung zu jedem einzelnen Benutzer beruht der einzigartige Ruf, den Marbach als wissenschaftliche Serviceeinrichtung weltweit genießt.

Der Facettenreichtum der Arbeit im Deutschen Literaturarchiv und der lebendige Kontakt zur literarischen Öffentlichkeit machen die Arbeit in Marbach abwechslungsreich. Eigenständiger Wissenserwerb und Weiterbildung werden jederzeit unterstützt. Persönliche Kontakte zu anderen Institutionen und die Beteiligung an nationalen wie internationalen Projekten sind die Basis für eine übergreifende Zusammenarbeit. Aber auch die individuelle wissenschaftliche Arbeit auf der Grundlage der Marbacher Materialien behauptet und befördert den Rang des Hauses im internationalen Feld der Geisteswissenschaften.

Finanzierung und Förderung

Zuverlässig getragen und großzügig finanziert wird das Deutsche Literaturarchiv Marbach nicht nur von seinen beiden wichtigsten Zuwendungsgebern, der Bundesregierung und dem Land Baden-Württemberg, sondern auch von den Städten Ludwigsburg und Marbach sowie dem Landkreis Ludwigsburg. Bei seinen wissenschaftlichen Vorhaben in der Erschließung und Forschung erfährt das Haus immer wieder kraftvolle Unterstützung von Seiten der großen Forschungsförderer wie der DFG, der Volkswagenstiftung und der Thyssenstiftung. Bei seinen Editionsprojekten stand ihm neben den Genannten die Stiftung Wüstenrot bei; bedeutende Erwerbungen wurden vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg ermöglicht.

Aufwändige Veranstaltungen konnten mit Hilfe der Kulturstiftung des Bundes durchgeführt werden. Bei allen diesen und vielen anderen Vorhaben, etwa beim Bau des Collegienhauses, halfen dem Deutschen Literaturarchiv eine Vielzahl hochherziger Spender und Stifter, von denen nicht wenige dem Kreis der Freunde des Deutschen Literaturarchivs Marbach angehören. Ihrer aller Namen verzeichnet seit kurzem eine Stiftertafel im Eingangsbereich des Archivs: der Gegenwart zum Gedächtnis, der Zukunft zur Verpflichtung.