Archiv
Mit rund 1.400 Nach- und Vorlässen von namhaften Schriftstellern, Schriftstellerinnen und Gelehrten gehört die Marbacher Handschriftensammlung international zu den führenden Sammlungen ihrer Art. Sie erwirbt, erschließt und archiviert Manuskripte, Briefe und Lebensdokumente vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Der Zugang zu den Sammlungen steht allen offen, die Quellen für ihre Arbeit brauchen. Die Bestände sind bis 1998 in Zettelkatalogen und Bestandslisten nachgewiesen, seit 1999 in der Datenbank Kallías.
Was sich heute in kaum überschaubarer Vielfalt präsentiert, begann vor einem Jahrhundert vergleichsweise bescheiden. Den Ausgangspunkt bildeten die Bestände des Schwäbischen Dichtermuseums – also die Hinterlassenschaften Schubarts und Wielands, die Sammlungen zu Schiller, Hölderlin und Mörike und die Nachlässe der schwäbischen Romantiker (Uhland, Kerner, Hauff). Später kamen die Nachlässe von Hermann Hesse und Theodor Heuss hinzu.
1955, im Gründungsjahr des Deutschen Literaturarchivs, kam es zu einer entscheidenden Veränderung des Sammlungsprofils. Zum einen hatte man – zehn Jahre nach dem Ende des Krieges – die Notwendigkeit erkannt, die deutsche Exilliteratur gezielt zu sammeln. Zum anderen brachte die Stiftung des Cotta-Archivs eine Ausweitung des Sammelgebietes auf die gesamte deutschsprachige Literatur seit der Aufklärung mit sich und steht zugleich am Anfang einer Reihe kontinuierlich erworbener Verlags- und Redaktionsarchive. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte hat sich der Schwerpunkt der Sammlungen deutlich auf das 20. Jahrhundert und die Literatur der Gegenwart verlagert.
