Museum
Ausstellungen
AKTUELL
Zettelkästen. Maschinen der Phantasie. »Hier fuhr aus den aufgezognen Schleusen des Herzens ein reißender Strom von Blut unter das Räder- und Mühlenwerk seiner Ideen hinein, und die ganze geistige Maschine klapperte, rauschte, stäubte und klingelte –.« Schreiben macht, zumindest in Jean Pauls Siebenkäs, einen Höllenlärm. Der Zettelkasten ist die leibgewordene und vordigitale Variante dieser Phantasiemaschine. Lesefrüchte und Schreibeinfälle werden hier gesammelt und einsortiert, vernetzt und verschachtelt und – durch Glücksaufschläge, Buchstaben- oder Zahlencodes – immer wieder in neue Zusammenhänge gebracht. Mehr
LSD. Der Briefwechsel zwischen Albert Hofmann und Ernst Jünger.
Mit einem Topf Honig, der aus der Schweiz nicht ausgeführt werden darf, beginnt eine der ungewöhnlichsten und bislang unveröffentlichten Korrespodenzen des 20. Jahrhunderts: Zwischen 1947 und 1994 haben der Schriftsteller Ernst Jünger und der Schweizer Chemiker Albert Hofmann, der Entdecker des LSD, nahezu 300 Briefe gewechselt, in deren Mittelpunkt die auch literarisch nutzbare Kraft von Drogen und das Selbstexperiment stehen. 1951 gehen sie das erste Mal gemeinsam auf Drogenreise: »Wir hatten die Schuhe ausgezogen; es war ein Ausflug, zu dem man weder Stab noch Stiefel, weder Rad noch Flügel brauchte«. Mehr
fluxus 25: Objekt digital. Friedrich Kittlers Speicher. Bislang wurden auf Friedrich Kittlers Speichern 1,7 Millionen Dateien, Programme und Quellcodes gefunden, abgelegt vom User »Ich«. Doch: Was geht beim virtuellen Kopieren verloren? Wie archiviert und liest man so etwas, wie kann man es verstehen und ausstellen? Sind Kittlers Rechner nur noch Träger von Benutzungsspuren, leere Gehäuse, aufgeladen allerhöchstens mit einer symbolischen Bedeutung oder auch nur mit biographischen Anekdoten? Verschwindet die lesbare Welt mit der Digitalisierung hinter einem Gebirge alphanumerischer Codes oder ist der Quellcode gar ein elementarer Schöpfungsakt, ein eigenes Werk? Mehr
Das Zeigen von Archivbeständen und die konsequente Frage nach ihrem Ausstellungs-, Erkenntnis- und Vermittlungswert ist in den Marbacher Museen Programm. Unter jährlich wechselnden Themenschwerpunkten (wie Öffnen 2012) loten wir deren Verhältnis in den unterschiedlichsten Versuchsanordnungen aus.

