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2013 FINDEN
Marbach zu Gast
Dintenuniversum. Jean Paul 1763/2013
Samstag, 12. Oktober, bis Montag, 30. Dezember
Max Liebermann Haus Berlin
Jean Paul gehört zu den Schriftstellern, die das Leben nicht be-, sondern erschrieben haben. Davon zeugt seine innovative Bildsprache ebenso wie die Unmenge beschriebenen Papiers, die er im Laufe seines Lebens füllte. 40.000 Seiten liegen in der Berliner Staatsbibliothek; eine Auswahl aus dem Nachlass ist in einer gemeinsam mit der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erarbeiteten Ausstellung ab dem 12. Oktober erstmals umfassend im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor zu sehen. Die Ausstellung zeigt Jean Paul als Dichter und Philosophen, als Literatur- und Medienstar (mit den Geschenken der Königin Luise), vergegenwärtigt ihn in Bild und Handschrift, veranschaulicht sein Verhältnis zur bewegten Geschichte, gibt Vorstellungen von den Automaten und Apparaturen, die ihn faszinierten. Und sie rückt Jean Paul als Leser ins Licht, der besessen das Gelesene festhielt und das Festgehaltene ordnete und eine Ordnung für die Ordnung entwickelte. Unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs in Marbach zeigt die Ausstellung neben den Zettelkästen Jean Pauls auch Zettelkästen des 20. Jahrhunderts, Maschinen der Phantasie u.a. von Eckhard Henscheid, Peter Rühmkorf und Arno Schmidt. In die Moderne führt auch der Epilog der Ausstellung, der Jean Pauls deutsche und europäische Nachwirkung verfolgt. Mehr finden Sie hier.
Eine Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Stiftung »Brandenburger Tor«, unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs Marbach im im Max Liebermann Haus, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.
August 1914. Literatur und Krieg. 16. Oktober 2013 bis 30. März 2014
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren ist Anlass eines einmaligen Forschungs- und Ausstellungsprojekts: Drei wichtige europäische Institutionen – die Bodleian Library Oxford, die Bibliothèque nationale et universitaire Strasbourg und das Deutsche Literaturarchiv Marbach – legen den Fokus auf ein für die europäische Literatur bedeutsames Jahr und tauschen dazu Exponate aus ihren Sammlungen aus. Franz Kafka beginnt im Sommer 1914 seinen Roman Der Prozess, James Joyce den Ulysses und Ludwig Wittgenstein den Tractatus. Im Marbacher Literaturmuseum der Moderne liegt nach der Ausstellung 1912. Ein Jahr im Archiv der Schwerpunkt auf Monatsschnitten. Der August 1914 ist die Linie, von der die darauffolgenden vier Jahre entdeckt werden. Der Krieg bringt die alte literarische Welt zum Einsturz und setzt poetische und philosophische Energien frei. Viele Dichter fallen, manche finden im Krieg auch erst ihr ästhetisches System, andere können sich entziehen. Die Nachlässe u.a. von Franz Kafka, Alfred Döblin, Hermann Hesse, Gottfried Benn, Kurt Tucholsky, Gustav Sack, Ernst Jünger, Harry Graf Kessler, Rainer Maria Rilke und Ernst Stadler erlauben sehr unterschiedliche Perspektiven auf den ersten Weltkrieg der Geschichte.
Der ganze Prozess. 7. November 2013 bis 9. Februar 2014
Am 2. August 1914 notiert Franz Kafka in seine Tagebuch: »Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. – Nachmittag Schwimmschule.« Wohl sieben Tage später, an einem Dienstag, beginnt er seinen Roman Der Prozess niederzuschreiben. Bis zum 20. Januar 1915 wird das Manuskript auf 316 Seiten und ingesamt 161 Blätter anwachsen, dann stellt Kafka die Arbeit daran ein. Sein Freund Max Brod soll es nach seinem Tod verbrennen. Brod führt den Wunsch nicht aus und veröffentlicht den Roman 1925 als Fragment. Für genau drei Monate ist nun das Manuskript zu einem der größten Bücher des 20. Jahrhunderts im Literaturmuseum der Moderne zu sehen: Seite für Seite in der Reihenfolge seiner Entstehung. Begleitprogramm und Projekt "Kafka 2014. Original und Verwandlung
fluxus 27: Alfred Andersch. Fotoserien. 30. Januar bis 16. Juni 2014
Am 4. Februar 1914 – sechs Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs – kommt Alfred Andersch in München auf die Welt. Er wird einer der einflussreichsten deutschen Nachkriegsschriftsteller, seine Erzählungen Vater eines Mörders und Sansibar oder der letzte Grund gehören zum Kanon der Schullektüre. In seinem Nachlass wurden rund 200 Fotostreifen gefunden - Aufnahmen, die er auf seinen Reisen vor allem in den 1950er Jahren gemacht hat und die wie seine Literatur ein Versuch sind, die Welt in ihren Erscheiungen zu fassen und dabei deren unauflösbare Substanz herauszufiltern. Sie werden nun erstmals gezeigt.



