Media type
- Normdaten
Title of the Work
Heine und die Folgen
Other Titles
Heine e le conseguenze (Italienisch)
Form of the Work
- Pamphlet
Time
1910
Language
- Deutsch
Source
Kindler (positiv)
Explanation
Epoche: Realismus
Zeit- und Sachbezug: Analog zu den Angriffen des Architekten Adolf Loos (Ornament und Verbrechen, 1908), der in der ornamentalen Dekorationskunst des Jugendstils die wachsende Beziehungslosigkeit zwischen Form und Gegenstand erkannte und darin ein Symptom für den kulturellen Niedergang dieser Epoche sah, stellt auch Kraus die Polemik gegen Heine in den großen Rahmen einer Diskussion des Form-Inhalt-Problems.
Inhalt: Im Gegensatz zwischen romanischer und germanischer Sprachauffassung findet er eine Erklärung für die in seinen Augen verhängnisvolle Entwicklung des modernen Journalismus, in dessen Ahnherrn aber er Heine erkennt. Kraus lässt einzig die "Lyrik seines Sterbens, Teile des Romanzero, die 'Lamentationen'", den Lazarus gelten. "Heine hat das Erlebnis des Sterbens gebraucht, um ein Dichter zu sein."
Überlieferung: Den 1910 erschienenen Essay trug Kraus am 3. Mai desselben Jahres in Wien öffentlich vor. 1911 wurde er um ein "Vorwort" erweitert und 1917 durch das "Schlusswort" "Zwischen den Lebensrichtungen" ergänzt. Dem Heine-Essay folgte 1915 ein Aufsatz, dessen beide Abschnitte mit den Titeln "Die Feinde Goethe und Heine" sowie "Die Freunde Heine und Rothschild" überschrieben sind und der erneut die bereits früher gebrauchte Formulierung, Heine sei "ein Talent, weil kein Charakter", enthält. Bis heute zählt die diffamierende Polemik gegen Heine zu den umstrittensten Seiten des Wer
Zeit- und Sachbezug: Analog zu den Angriffen des Architekten Adolf Loos (Ornament und Verbrechen, 1908), der in der ornamentalen Dekorationskunst des Jugendstils die wachsende Beziehungslosigkeit zwischen Form und Gegenstand erkannte und darin ein Symptom für den kulturellen Niedergang dieser Epoche sah, stellt auch Kraus die Polemik gegen Heine in den großen Rahmen einer Diskussion des Form-Inhalt-Problems.
Inhalt: Im Gegensatz zwischen romanischer und germanischer Sprachauffassung findet er eine Erklärung für die in seinen Augen verhängnisvolle Entwicklung des modernen Journalismus, in dessen Ahnherrn aber er Heine erkennt. Kraus lässt einzig die "Lyrik seines Sterbens, Teile des Romanzero, die 'Lamentationen'", den Lazarus gelten. "Heine hat das Erlebnis des Sterbens gebraucht, um ein Dichter zu sein."
Überlieferung: Den 1910 erschienenen Essay trug Kraus am 3. Mai desselben Jahres in Wien öffentlich vor. 1911 wurde er um ein "Vorwort" erweitert und 1917 durch das "Schlusswort" "Zwischen den Lebensrichtungen" ergänzt. Dem Heine-Essay folgte 1915 ein Aufsatz, dessen beide Abschnitte mit den Titeln "Die Feinde Goethe und Heine" sowie "Die Freunde Heine und Rothschild" überschrieben sind und der erneut die bereits früher gebrauchte Formulierung, Heine sei "ein Talent, weil kein Charakter", enthält. Bis heute zählt die diffamierende Polemik gegen Heine zu den umstrittensten Seiten des Wer