Das Archiv des Hanser Verlags
Der 1928 in München gegründete Carl Hanser Verlag wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit hervorragenden Klassiker-Ausgaben populär und gewann besonders in den vergangenen vierzig Jahren für das literarische Leben immer mehr an Bedeutung. Heute gilt Hanser als einer der führenden Verlage für anspruchsvolle Belletristik, übersetzte Klassiker und anspruchsvolle Sachbücher. Unter dem Dach des Verlags versammeln und versammelten sich vielfach ausgezeichnete deutschsprachige und internationale Autorinnen und Autoren, darunter die Nobelpreisträger/-innen Herta Müller, Elias Canetti, Tomas Tranströmer, Mo Yan, Orhan Pamuk, Patrick Modiano, Seamus Heaney und Derek Walcott. Hinzu kommen viele maßgebliche Stimmen der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter etwa Umberto Eco, Per O. Enquist, Wilhelm Genazino, Julien Green, Lars Gustafsson, Zbigniew Herbert, Philippe Jaccottet, Milan Kundera, Günter Kunert, Claudio Magris, Christoph Meckel, Libuše Moníková, Ivan Nagel, Oskar Pastior, Philip Roth, Susan Sontag und Botho Strauß.
Für die Karriere all dieser Autorinnen und Autoren war der Hanser Verlag mit seinem internationalen Renommee von entscheidender Bedeutung. Entsprechend vielfältig und eindrucksvoll sind die Spuren, die sie im Archiv des Verlags hinterlassen haben, v.a. mit Korrespondenzen und Manuskripten, aber auch mit Fotos und aufschlussreichen Materialien zur Entstehung und Verbreitung ihrer Werke. Dies macht das Hanser-Verlagsarchiv zu einer zentralen Quellensammlung für die Literatur- und Buchhandelsgeschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts.
Erwerbung
2024 konnten die umfangreichen Archive des Hanser Verlags seit seinen Anfängen sowie der Zeitschrift Akzente aus den Jahren nach 1970 erworben werden. Die Bestände sollen sukzessive für die Öffentlichkeit und die Forschung erschlossen werden.
Die Erwerbung der umfangreichen Bestände wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, der Staatsministerin für Kultur und Medien über einen Sonderetat des Deutschen Bundestags, der Wüstenrot Stiftung und von privaten Spendern.
Erforschung
Mit den Archiven des Hanser Verlags und der Zeitschrift Akzente können die Fragen nach Produktion und Rezeption von Literatur, die im Kern der Forschungsinteressen des DLA stehen, systematisch in einem internationalen Kontext bearbeitet und damit neue Perspektiven eröffnet werden. Im Zuge der Forschungslinie ›Wie Literatur entsteht – Literatursoziologie‹ des DLA wird gemeinsam mit universitären Partnern untersucht, wie Literatur über die Landes- und Sprachgrenzen hinweg transferiert wird.

Kontakt
Dr. Gunilla Eschenbach
Leiterin Erschließungsreferat Handschriften
Telefon +49 (0) 7144 / 848-405
E-Mail gunilla.eschenbach@dla-marbach.de