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Kafka : Buchpremiere : [Vortrag, Rede]

Friedländer, Saul (1932-); Raulff, Ulrich (1950-)

Marbach a. N. : Dt. Literaturarchiv, 2012 - 83 Min.

Medium
  • Audiodatei
Title
Kafka : Buchpremiere / Saul Friedländer. Mod.: Ulrich Raulff
Published
Marbach a. N. : Dt. Literaturarchiv, 2012
Extent
83 Min.
Order Information
DLA am 21.11.2012
Language
  • Deutsch
  • Englisch
Containing
Enth.: Begrüßung und Vorrede Ulrich Raulff (Track 1, 11 Min.), Vortrag und Gespräch Saul Friedländer (Track 2, 72 Min.)
Content
Kafka, Franz / A3.1 Biographische Gesamtdarstellungen
Friedländer, Saul / A3.6.5 Die Stimme des Autors
Eine gewisse Indifferenz gegenüber dem Jüdischen sei für den jungen Erwachsenen Franz Kafka noch bestimmend gewesen. Den Wendepunkt für seine Beziehung zum Judentum und zur jüdischen Identität sieht Saul Friedländer in dessen berühmt gewordenem Besuch des Lemberger jiddischen Theaters in Prag 1911. Kafka habe deren "effortless authenticity" beeindruckt und genau in jener sei die Distanz und Ambiguität markiert, die der Prager Autor gegenüber seinem Judentum zum Ausdruck brachte. Anhand einer Vielzahl von Beispielen geht Friedländer Kafkas psychischen und intellektuellen Anstrengungen nach, für sich selbst eine bestimmbare Position in der Gemengelage von Antisemitismus, jüdischer Identität und dem gerade in Kafkas Prager Kreis aufkommenden Zionismus zu finden. Ob es nun das Erlernen des Hebräischen sei oder aber die Bestimmungsversuche des eigenen Schreibens, seine Sicht auf Ost- und Westjudentum und schließlich das Verarbeiten jüdischer Motive in seinem Werk - am nächsten käme, so Friedländer, Walter Benjamin den komplexen Kafka'schen Bewegungen im Feld der jüdischen Identität, wenn er von der Unzugänglichkeit der Tradition ausgehe, auf die Kafka lausche. "Pondering about the trickling-down of tradition, is the only possible answer", schließt Saul Friedländer - das Verebben der Tradition habe bei Kafka so zu neuen Symbolen geführt, zu Symbolen freilich, denen die Wahrheit bestenfalls unzugänglich bleibt oder gar gänzlich inexistent ist. Das anschließende Gespräch dreht sich zunächst um Kafkas Verhältnis zum Zionismus, sein Lernen des Hebräischen und die von Kafka so empfundene Authentizität des Ostjudentums, ehe Saul Friedländer Fragen aus dem Publikum beantwortet.
  • Vortrag, Rede
  • Gespräch, Interview