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Die Mantel-und-Degen-Version : Werkstatt-Lesung : [Lesung]

Esterházy, Péter (1950-2016); Gfrereis, Heike (1968-); Bürger, Jan (1968-)

Marbach a. N. : Dt. Literaturarchiv, 2015 - 74 Min.

Medium
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Title
Die Mantel-und-Degen-Version : Werkstatt-Lesung / Péter Esterházy [im Gespräch mit Heike Gfrereis und Jan Bürger]
Published
Marbach a. N. : Dt. Literaturarchiv, 2015
Extent
74 Min.
Order Information
DLA am 17.03.2015
Content
Esterházy, Péter / A3.6.5 Die Stimme des Autors
Neben der Lesung findet hier ein tatsächliches Werkstattgespräch statt. Anspielungsreich gibt Péter Esterházy Auskunft über poetologische und narratologische Probleme, die ihn beim Schreiben begleiten, oder genauer: aus denen das Schreiben für ihn besteht. Anhand von Manuskriptseiten der Romane "Harmonia Caelestis" und "Die Mantel- und Degen-Version" beantwortet Péter Esterházy unter anderem Fragen nach dem Anfang des Schreibens, dem Verhältnis zum Misslingen und wie und wann man an einem Text weiterarbeiten kann, der halbfertig liegen geblieben ist. Weiter reflektiert er über die Unmöglichkeit, heute im Stile des 19. Jahrhunderts zu schreiben und unter welchen (meist amerikanischen) Bedingungen es noch möglich ist, eine Geschichte kohärent zu Ende zu erzählen. Seiner Schreibweise nicht unähnlich, werden die theoretischen Erläuterungen immer wieder unterbrochen durch Ausflüge ins Anekdotische und Literarhistorische. Spielerisch wie auch seine Texte sind, lässt sich Péter Esterházy hier nicht auf die Summa seiner Romanpoetik bringen. Die Freiheit des Spiels, im Text wie im Gespräch, ist solchen Versuchen schlicht überlegen, denn: "Der Leser ist frei. Er macht, was er will." Péter Esterházy liest die ersten Seiten seines Romans "Die Mantel-und-Degen-Version", dessen Erzähler, wie es Jan Bürger in seiner Einführung ausdrückt, "mit der Textlastigkeit all unserer Erinnerung wirklich Ernst macht". Diese "einfache Geschichte Komma hundert Seiten" besteht aus verschiedensten Archivalien, aus Fußnoten, Querverweisen und elektronischen wie schriftlichen Quellen und soll ins ungarische 17. Jahrhundert zur Zeit der großen Türkenkriege führen, bleibt aber doch mindestens genauso oft in der Gegenwart des Erzählers und Erzählens. Doch das hat seinen Grund, wie zwei Spione in einem Bericht zu Beginn des Romans schreiben: "Unser Prinz. Schwer ist uns der Kopf, und schwer fällt uns das Schreiben. Im Übrigen glauben wir, Eure Excellenz lesen unsere Berichte nicht. Das macht auch nichts, wir wissen, das Wesen des Berichts ist es nicht, gelesen, sondern geschrieben zu werden."
  • Erzählende Prosa
  • Lesung