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Portrait Friedrich Schiller [Skulptur]

Dannecker, Johann Heinrich von (1758-1841); Michaelis, Mathias (1948-)

1794

Inventarnummer: B 2008.0097

Media type
  • Bilder und Objekte
Object type
Skulptur
Title
Portrait Friedrich Schiller
Period of Origin
1794
Description
o. Bez.
Technology
Gewandbüste, Gips, gelblich gefaßt
Dimension [in cm]
79,0 (Höhe) x 52,0 (Breite) x 31,0 (Tiefe) (Maße einschließlich Sockel)
Condition
Oberfläche (originale Fassung) durch frühere unsachgemäße Reinigungsversuche etwas rauh und unruhig; 1986 Restaurierung (Abnahme mehrerer späterer Übermalungen).
Sockelvolute (links) ausgebrochen.
Comments
Nach dem Gipsabguß des Tonmodells (vollendet im Sommer 1794) sind mehrere von Dannecker selbst überarbeitete Güsse entstanden: das vermutlich erste Exemplar erhielt im September 1794 Schiller (heute Klassik Stiftung Weimar). Weitere Exemplare erhielten nachweislich Schillers Eltern (Verbleib unbekannt), Christian Gottfried Körner (Verbleib unbekannt) und Danneckers Freund, der Stabsarzt Jacobi (zuletzt in Stuttgarter Privatbesitz, s. Spemann, S. 42, Anm. 1, vgl. v. Holst, S. 208). 1796 soll Herzog Friedrich Eugen von Württemberg ein Exemplar der Büste seiner Tochter Maria Feodorowna nach Schloß Gatschina gesandt haben (so Gustav Wais: Die Schiller-Stadt Stuttgart. Stuttgart 1955, S. 64)
Das Portrait ist auf Wunsch des Dichters entstanden, der seines schlechten Gesundheitszustandes wegen nicht mehr lange zu leben glaubte. Die Sitzungen für die lebensgroße Büste haben wohl im Frühjahr 1794 während Schillers Aufenthalt in Stuttgart (bis Mai) stattgefunden.
Bei der Gestaltung (s. etwa Stirnhaar, Profil, Kopfwendung und Blick) orientierte sich Dannecker an der antiken Statue des Apoll von Belvedere (ähnlich wie Alexander Trippel bereits 1790 bei seinem Goethe-Portrait) und greift damit auf einen Typus zurück, der bis dahin dem Herrscherportrait vorbehalten war (Kat. Schwäbischer Klassizismus 1993, S. 192).
Auf der Grundlage der Gewandbüste arbeitete Dannecker in den Jahren 1796-1806 an einer sich auf die Wiedergabe des Kopfes konzentrierenden Marmorversion. Im März 1806 erwarb Wilhelm von Wolzogen dieses Exemplar für die Familie Schillers; 1826 wurde es für die großherzogliche Bibliothek in Weimar erworben. Danach wurde für einige Zeit Schillers (vermeintlichen) Schädel in ihrem Sockel aufbewahrt (v. Holst 1987, S. 227ff.). Photo: Mathias Michaelis
Da die Gewandbüste auf historischen Aufnahmen des Schiller-Geburtshauses aus dem frühen 20. Jahrhundert wiedergegeben ist (vgl. etwa die Postkarte Inv.nr. B 93.213/1), könnte sie ursprünglich unter der Inv.nr. "III 13" verzeichnet gewesen sein ("1 Gipsbüste, groß im Geburtszimmer", Erwerbungsjahr 1876, Provenienz unbekannt). Weniger wahrscheinlich ist, daß es sich - trotz dokumentierter Bekränzung - um die unter "III 11" verzeichnete, bereits 1859 in das Geburtshaus gekommene "Gipsbüste Schiller's (diejenige die allljährlich von Lateinschülern mit einem Lorbeerkranz geschmückt wird)" handelt (Provenienz unbekannt). 1955 befand sich die Gewandbüste noch immer im Geburtshaus.
Altbestand. Inventarnummer nachträglich vergeben.
Literature
  • Adolf Spemann: Dannecker. Stuttgart 1909, S. 38ff.
    Christian v. Holst: Johann Heinrich Dannecker. Der Bildhauer. Stuttgart 1987, S. 206ff.
    Kat. Schwäbischer Klassizismus. Stuttgart 1993, S. 192f.
    Roland Kanz: Dichter und Denker im Porträt. München 1993, S. 112
    Klaus Fahrner: Der Bilddiskurs zu Friedrich Schiller. Stuttgart 2000, S. 76f.
    Kat. Götterpläne & Mäusegeschäfte. Schiller 1759-1805. Marbach 2005, S. 33f.
    Sabine Fischer: Friedrich Schiller als Auftraggeber seiner Porträts, in: Jahrbuch der Dt. Schillergesellschaft 54 (2010) 141f. u. 148-153.
Inventory Number
B 2008.0097
Acquisition Number
BI.2008.0013
Use
Am Standort