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Portrait Friedrich Schiller [Gemälde]

Tischbein, Johann Friedrich August (1750-1812)

1805 oder wenig später

Inventarnummer: 5053

Media type
  • Bilder und Objekte
Object type
Gemälde
Title
Portrait Friedrich Schiller
Period of Origin
1805 oder wenig später
Description
o. Bez.
Technology
Öl auf Leinwand
Dimension [in cm]
91,0 (Höhe) x 70,5 (Breite) (Keilrahmen)
97,0 (Höhe) x 81,5 (Breite) (Rahmen)
Condition
Oberfläche mit zahlreichen kleineren Schadstellen; Schleifspuren auf Augenhöhe links.
In einem Rahmen aus dem späten 19. / frühen 20. Jahrhundert in die Sammlung übernommen.
Comments
Tischbein hat von seinem Schiller-Portrait mehrere Repliken geschaffen. Aufgrund seiner Provenienz über den Verleger Crusius (s.u.) stellt das signierte Exemplar im Museum der bildenden Künste in Leipzig vermutlich die erste Fassung dar. Um welche Replik es sich bei der - unsignierten - Marbacher Fassung handelt, ist unklar. Weitere Fassungen befinden sich u.a. in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek, in der Slg. Schäfer / Schweinfurt, im Besitz der Fürsten Schaumburg-Lippe / Bückeburg sowie in einer reduzierten Fassung im Frankfurter Goethe-Museum - wobei es sich hier möglicherweise um eine erste Bildnisstudie handelt (s. den Bestandskatalog von Maisak u. Kölsch. Frankfurt 2011, S. 304 (Abb. S. 302).
Das Portrait ist im Auftrag des Leipziger Verlegers Siegfried Leberecht Crusius entstanden, "der für eine Prachtausgabe von Schillers Gedichten ein originäres Frontispiz-Porträt des Dichters wünschte, das dezidiert keine Adaption bereits kursierender Prototypen" (Fahrner s.u., S. 95f.) sein sollte. Grundlage des Gemäldes ist eine verlorengegangene Bildnisstudie, die Tischbein während der einzigen Sitzung in Weimar Mitte Februar 1805 anfertigte. Für die Ausführung mußte sich der Maler auf einen Gesichtsabguß der Danneckerschen Gewandbüste (s. Inv.nr. B 2008.0097) stützen, die er erst kurz vor Schillers Tod erhielt. Insofern ist das Portrait nur bedingt nach dem Leben entstanden.
Das Gemälde soll von Tischbein selbst der Familie übergeben worden sein (s. Jakob Wychgram: Schiller. Leipzig 1901, Legende zu der Abbildung nach S. 452).
Die geplante Prachtausgabe ist nicht verwirklicht worden. Stattdessen wurde das Gemälde als gestochenes Frontispiz veröffentlicht in:
1) Christian Friedrich Michaelis: Schiller's Aphorismen, Sentenzen und Maximen über Natur und Kunst. Frankfurt 1806.
2) Taschenbuch für Freunde der Declamation. Hamburg 1806 (Großmann u. Horaczek; nachgestochen von F.A. Brückner).
Nach Otto von Güntter (s.u.) aus dem Besitz von Karoline von Wolzogen an Emilie von Gleichen-Rußwurm übergegangen. 1932 von Schillers Urenkel Alexander von Gleichen-Rußwurm erworben.
Literature
  • Otto Güntter: Mein Lebenswerk. Stuttgart 1948, S. 96.
    Gertrud Fiege: Bildnisse Schillers im Schiller-Nationalmuseum, in: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft (1967) S. 638
    Roland Kanz: Dichter und Denker im Portrait. München 1993, S. 112f.
    Klaus Fahrner: Der Bilddiskurs zu Friedrich Schiller. Stuttgart 2000, S. 95-99
    Kat. 3 x Tischbein und die europäische Malerei um 1800. München 2005, S. 186
    Rose Unterberger: Friedrich Schiller. Orte und Bildnisse. Stuttgart 2008, S. 198ff.
Inventory Number
5053
Digital object
Use
Am Standort