Konvolut Erinnerungsstücke Wilhelm Benignus [Konvolut Erinnerungsstücke]
Benignus, Wilhelm (1861-1930); Benignus, Wilhelm (1861-1930)
1906-1911
Inventarnummer: B 2008.EE 1.0001-0082
- Bilder und Objekte
Zugehörig eine Holzkiste mit dem Aufdruck einer Streichholzfabrik (B 2008.EE 1.0082) - der Deckel der Holzkiste ist unter anderem von Benignus selbst beschriftet - sowie ein handschriftlich beschriftetes Kartonschild ("Benignus. Masken").
Die Holzkiste enthält insgesamt 79 von Wilhelm Benignus ein- und doppelseitig bemalte und beschriebene Muschelschalen (43 Kammmuscheln, 3 Trogmuscheln, 4 Austern) und Gehäuse von Schnecken (28 Melongena, 1 Mond- oder Nabelschnecke). Auf allen Schalen und Gehäusen ist sowohl die Entstehungszeit (1906-1911) als auch der Ort der Entstehung (v.a. Atlantic City und benachbarte Orte sowie Ocean City) vermerkt.
Die Muscheln sind mit Menschen (Kinder, Liebespaare u.a.), Tieren (Eisbären, Fische, Vögel wie Adler, Möwe u.a., Pferde, Schmetterlinge u.a.), Früchten, Blumen, Schiffen (Segelschiffe, Kreuzfahrtschiffe, Wikingerschiffe) sowie mit Symbolen (Herz, Swastika, Kleeblatt, Gestirne, Uhrzeiger) und Flaggen (USA, Deutsches Reich) bemalt.
Auf einzelnen Muschelgehäusen sind auch reale Orte, wie beispielsweise eine öffentliche Schule, und Portraits von Personen, beispielsweise von Heinrich Heine (einschließlich der Grabinschrift seines Grabes) sowie die Initialen und Logos von Institutionen und Gesellschaften ("B.P.O.E.", d.h. Benevolent and Protective Order of Elks, mit Hirschlogo u.a.) abgebildet. Beschrieben sind die Muscheln zusätzlich mit meist englischen, teilweise auch deutschen Wünschen, Grüßen und anderen Sprüchen ("Best Wishes", "Easter Greeting", "Compliments of the Season", "Zum Andenken" u.a.). Zum Teil sind die Muschelgehäuse mit einer Aufhängevorrichtung ausgestattet.
Die Schneckengehäuse sind - ähnlich wie die Muschelschalen - mit Menschen, Tieren, Initialen und Logos von Gesellschaften (s.o.), Flaggen und Grüßen bzw. Parolen ("Erin Go Bragh" [= "Irland für Immer"] u.a.) bemalt und beschrieben. Überwiegend jedoch stehen darauf Texte von Wilhelm Benignus, vor allem Gedichte ("Abschied vom Meer", "Wallet, ihr Wasser!" u.a.), aber auch ein Prosastück. Auf zwei Schneckengehäusen sind zwei Portraits aufgemalt, nämlich von Kaiser Wilhelm II. und von Theodor Roosevelt. Auf einigen Schneckengehäusen stehen nur Zeit- und Ortsangaben; sie sind unbemalt.Schließlich gehören zu dem Bestandskonvolut zwei als Masken bemalte Panzer von Pfeilschwanzkrebsen, beide haben eine Aufhängevorrichtung.
- Lucia Hacker: Schreibende Frauen um 1900. Berlin, Münster 2007 (Berliner Ethnographische Studien; Bd. 12). S. 108 [Lt. Literaturangabe schreibt Wilhelm Benignus bereits am 15. April 1906 an den Pädagogen und Lexikographen Karl Wilhelm Franz Brümmer: "[...] In Neu York City fristete ich 6 Winter durch mein Leben als Maler von Meeresmuscheln, die ich selbst herausfischte [...]".]
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