27. November 2022

Zeitkapsel 59

»Rebellion gegen den Text«. Die Papiere des deutsch-georgischen Schriftstellers Giwi Margwelaschwili

Seit Kurzem befindet sich der Nachlass von Giwi Margwelaschwili (1927–2020) im Deutschen Literaturarchiv. Er wurde als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren. Als Schüler rebellierte er mit dem Swing gegen den Nationalsozialismus. Nach Kriegsende wurde er vom sowjetischen Geheimdienst in Sachsenhausen inhaftiert und nach Georgien verschleppt. Dort verfasste er in seiner vierzigjährigen »Nachkriegsgefangenschaft« ein umfangreiches Werk deutscher Literatur, in dem er das Leben in den Diktaturen auf höchst originelle Weise verarbeitete. 1990 kehrte Margwelaschwili nach Deutschland zurück, wo seine Bücher schließlich erscheinen konnten: MuzalDie große KorrekturKapitän WakuschDer Kantakt. Sein Nachlass enthält u.a. noch unveröffentlichte Manuskripte, Tagebücher, Korrespondenzen, zwei Laptops und eine Bibliothek in Gestalt von mehreren Hundert Filmrollen. Über Margwelaschwilis Hinterlassenschaften sprechen sein langjähriger Freund Ekkehard Maaß und seine Tochter, die Historikerin Anna Margwelaschwili.

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