Fische im Trüben. Lesung mit Elli Unruh

Elli Unruh erzählt in ihrem Debut-Roman die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der 80-er Jahre in der Sowjetunion, im südlichen Kasachstan, lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen, aber in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden. Fasziniert lernt man eine ganz und gar fremde Welt kennen, fremde Lebensweisen, fremd auch, was das sowjetische System im Alltag betrifft mit der allgegenwärtigen Miliz und den »Bevollmächtigten«. Die Sprache des Romans selbst ist durch das Deutsch, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch, das bis heute gesprochen wird.

Lorenz Wesemann spricht mit der Autorin und Marbacher Kollegin Elli Unruh über die sprachlichen Eigenheiten, den poetischen Weg zurück in eine vermeintlich längst unter den Trümmern des 20. Jahrhunderts begrabenen Geschichte und natürlich über die Verbindungen zu ihrer und unserer Gegenwart. 

Eintritt frei.

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