Susan Sontag – Erfindung einer Klassikerin

Eine Wechselausstellung im Literaturmuseum der Moderne

Die Geschichte Susan Sontags steht der männlicher Starautoren in nichts nach und liest sich wie eine Erzählung ›per aspera ad astra‹. Geboren 1933 in New York als Tochter einer jüdischen Familie, wendet sich Sontag früh der Literatur zu, liest mit 10 Jahren Marie Curie, die ihr zum Vorbild wird, geht mit 16 Jahren an die Universität, um Philosophie zu studieren, besucht 1949 Thomas Mann im kalifornischen Exil. Sie publiziert Essays und Romane, inszeniert Theaterstücke und dreht Filme, äußert sich kritisch über Politik und Krieg, engagiert sich für die Freiheit der Kunst, für Menschenrechte, schreibt über deutschsprachige Autoren, vermittelt deutsche Literatur in die USA. Sontag gilt nicht nur als öffentliches Gewissen Amerikas, sondern auch als intellektuelle »Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten«, als die sie 2003 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält. Ausgehend von umfangreichen Materialien insbesondere in den Verlagsarchiven des DLA, betrachten wir Sontags überwiegend von Männern begleiteten Karriereweg, ihre Arbeit am eigenen Bild, ihre Platzierung auf dem amerikanischen und insbesondere dem deutschen Buchmarkt und ihre Rolle als Vermittlerin zwischen den beiden Ländern.

Die Schau zu Susan Sontag bildet den Auftakt der Reihe ›Schriftstellerinnen im Archiv‹, eines in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung durchgeführten Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Erschließungsprojekts, das darauf zielt, die Archivbestände von Schriftstellerinnen verstärkt sichtbar zu machen.

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