DLA übernimmt Nachlassbibliotheken
der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)
Aus den Beständen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin übernimmt das Deutsche Literaturarchiv Marbach drei Nachlassbibliotheken.
Bibliothek Fühmann: Die Bibliothek von Franz Fühmann (1922−1984) zählt zu den bedeutendsten Autoren- und Intellektuellenbibliotheken der DDR. Fühmann war zugleich bibliophiler Sammler und gelehrter Autor, in dessen Lektüren und Werk sich die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. In seiner Jugend geprägt durch den Nationalsozialismus, wurde er durch seine Gefangenschaft in der Sowjetunion und den Aufenthalt an der Antifa-Schule in Noginsk zum überzeugten Antifaschisten und Sozialisten. Später distanzierte er sich zunehmend von der DDR, u.a. ausgelöst durch den Prager Frühling 1968. Schwerpunkte seiner Bibliothek (390 laufende Meter) sind Philosophie, Literaturtheorie, Geschichte, Religion, Märchen und Kinderbücher, aber auch Spezialthemen wie Bergbau oder Psychologie/Medizin sind vertreten. Der Bestand ist außerordentlich reich an Provenienzspuren (Annotationen und Einlagen), begleitet wird er von einem Zettelkasten mit weiteren Notizen. Dass sich Fühmann von der Entwicklung der DDR distanzierte, zeigt sich stark auch in seinen Lektüren. Zur Sammlung gehört ein kleiner Nachlassteil, der u.a. ein unveröffentlichtes Manuskript, Notizen und Werkcollagen enthält.
Bibliothek Bobrowski: Die bibliophile Bibliothek von Johannes Bobrowski (1917–1965) dokumentiert dessen Interesse an der Literatur des 18. Jahrhunderts, einen Schwerpunkt bildet das Werk des Philosophen Johann Georg Hamann. Darüber hinaus finden sich in Bobrowskis Bibliothek Widmungsexemplare befreundeter Autorinnen und Autoren und Handexemplare seiner Werke. Die Werke seiner literarischen Vorbilder weisen intensive Lektürespuren auf. Mit der Übernahme der Bibliothek können wir den 1991 nach Marbach überführten Nachlass um einen elementaren Bestandteil ergänzen.
Bibliothek Courths-Mahler: Die Bibliothek von Hedwig Courths-Mahler (1867–1950) besteht aus für sie prachteingebundenen Exemplaren ihrer oft in Heftform erschienenen Romane. Flankiert wird sie von Erstausgaben der Romane ihrer beiden Töchter Margarete Elzer und Elfriede Stein (d.i. Friede Birkner), die wie ihre Mutter Liebesromane verfassten. Ein Bestand an Unterhaltungsliteratur von Autorinnen ab dem 18. Jahrhundert ergänzt den Buchbestand. Zur Sammlung gehört ebenfalls ein kleiner Nachlassteil, meist mit postumen Dokumenten, da Courths-Mahler verfügte, dass ihre Papiere nach ihrem Tod verbrannt werden sollten.
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