NOBEL SYMPOSIA
Literary consecration and the transformation of publishing in the era of globalization
Seit der Zwischenkriegszeit hat das Verlagswesen das Potenzial von Literaturpreisen erkannt, symbolisches Kapital in wirtschaftliches Kapital umzuwandeln. Literaturpreise sind Teil des Weiheprozesses, der laut Pierre Bourdieu die langfristige Akkumulation von symbolischem Kapital sicherstellt, ein Prozess, der für den Bereich der Kleinproduktion im Verlagswesen charakteristisch ist, im Gegensatz zur Logik des kurzfristigen Gewinns, die den Bereich der Großproduktion beherrscht. Diese ›Prestigeökonomie‹ wird jedoch durch das zunehmende Gewicht kommerzieller Zwänge in Verlagen bedroht, insbesondere infolge des Konsolidierungsprozesses, der sich im Zeitalter der Globalisierung beschleunigt hat. Die damit einhergehende Entnationalisierung der Literatur und die Förderung von Minderheiten können als positive Entwicklung hin zu mehr Vielfalt und Inklusion angesehen werden. Internationale Literaturpreise neigen jedoch dazu, Autorinnen und Autoren zu belohnen, die in den Zentren veröffentlicht werden, und reproduzieren damit Ungleichheiten auf dem Weltmarkt für Übersetzungen.
Mit Blick auf diese Entwicklungen wird das Symposium die Auswirkungen internationaler Literaturpreise auf verschiedene nationale und sprachliche Buchmärkte aus vergleichender Perspektive hinterfragen. Umgekehrt wird die Frage gestellt, wie sich der Wandel der Verlagsbranche auf internationale Literaturpreise auswirkt. Mit Clayton Childress (University of British Columbia), James English (University of Pennsylvania), Dan Sinykin (Emory University), Stefan Helgesson (Stockholm University), Sandra Richter (DLA), Gisèle Sapiro (CNRS and EHESS), Claire Squires (University of Stirling) u.a.
Die Tagung findet von Donnerstag, 21. Mai, bis Sonntag, 24. Mai 2026, in Stockholm statt. Die Tagungssprache ist Englisch.
In Kooperation mit dem Centre national de la recherche scientifique, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Schwedischen Akademie Stockholm und der Universität Stockholm.
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