PM 32/2015,

Lesung und Gespräch. Im Frühling sterben. Mit Ralf Rothmann

»Man konnte den Mond zwar nicht sehen durch das schmale Fenster, doch sein Licht färbte den Rauch blau und zitterte auf den Möbelkanten und den Facetten des Spiegels wie der Reflex einer Sehnsucht, die man vor Erschöpfung fast vergessen hatte.« Mit Jan Bürger und Vanessa Greiff spricht der Schriftsteller Ralf Rothmann am 2. Juli über seinen neuen Roman »Im Frühling sterben«. In seinem Buch erzählt Rothmann in bewegenden Bildern vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem die Soldaten nicht mehr heimisch werden.

»Im Frühling sterben« ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, findet sich plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund wieder. Der u. a. mit dem Hermann-Lenz-Preis, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnete Autor Ralf Rothmann (*1953) wuchs in Oberhausen im Ruhrgebiet auf und lebt seit 1976 in Berlin. Nach der Volksschule absolvierte er eine Maurerlehre und arbeitete anschließend in den verschiedensten Berufen. Rothmann machte seine Herkunft immer wieder zum Thema, mit seinem Romandebüt »Stier« gelang ihm 1991 der erste große Publikumserfolg; es folgten Romane wie »Wäldernacht« (1994) oder »Milch und Kohle« (2000); zuletzt erschien der Berlin-Roman »Feuer brennt nicht« (2009). »Ralf Rothmann zählt mit seiner eindringlichen Poetik zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren, und als Erzähler ist er womöglich der feinnervigste seiner Generation.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Die Veranstaltung findet am Donnerstag,  2. Juli, um 19.30 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Der Eintritt kostet 7,-/erm. 5,-/für Mitglieder der DSG 3.50 Euro (Vorverkauf: www.reservix.de).

Foto: Franka Bruns/Suhrkamp Verlag

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