PM 37/2025,

DLA übernimmt den Vorlass von Irina Liebmann

Die Schriftstellerin Irina Liebmann zeichnet in ihren Texten die Vergangenheit der alten Mitte von Berlin nach. Was als Reportage über die Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses im Stadtteil Prenzlauer Berg für die Ostberliner Wochenpost begann, wurde unter dem Titel Berliner Mietshaus (1982) der erste große Bucherfolg der 1943 in Moskau geborenen deutschen Autorin Irina Liebmann. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen rund um das Scheunenviertel und den angrenzenden Hackeschen Markt verarbeitete sie in ihren Büchern In Berlin (1994), Die freien Frauen (2004) und dem preisgekrönten Buch über Die Große Hamburger Straße (2020). Liebmann schrieb überdies Gedichte und Kinderbücher und war als Hörspiel- und Theaterautorin aktiv. Ende der achtziger Jahre versuchte sie in der DDR ein Theater zu gründen, in dem die Autorinnen und Autoren mitbestimmen sollten. 

Im nun vom Deutschen Literaturarchiv übernommenen Vorlass Liebmanns finden sich u.a. Tagebuchnotizen und Gesprächsprotokolle für ihr Buch Die Große Hamburger Straße, Recherchen und Pläne über einzelne Häuser sowie Schwarz-Weiß-Fotografien aus den achtziger Jahren. Liebmanns an der Grenze zwischen Fiktion und Realität angesiedelte Prosa zeichnet sich durch eine große Nähe zur Wirklichkeit aus. Diese spiegelt auch ein Buch über das Leben ihres Vaters wider, Wäre es schön, es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt (2008), für das sie in vielen Archiven recherchiert hat. Dem Land ihrer Mutter, in dem sie geboren wurde, näherte sie sich nach deren Tod in Drei Schritte nach Russland (2013).

Irina Liebmann wurde 1943 in Moskau als Tochter der aus Sibirien stammenden Germanistin Valentina und des im Exil lebenden deutschen kommunistischen Journalisten Rudolf Herrnstadt geboren. In den sechziger Jahren studierte sie Sinologie, Kulturwissenschaft und Ästhetik und arbeitete zunächst als Journalistin. Seit 1975 lebt sie als freie Autorin in Berlin. Irina Liebmann erhielt für ihr literarisches Werk viele Auszeichnungen, darunter den Aspekte Literaturpreis (1989), den Schiller-Preis der Deutschen Schillerstiftung (1995), den Berliner Literaturpreis (1998), den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik (2008) sowie den Uwe-Johnson-Preis (2020).

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