PM 65/2025,

Ausstellung: ›Rilkes Welten‹

Videoansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung


Rainer Maria Rilke zählt weltweit zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren. Die Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne zum Auftakt des Rilke-Jahres richtet den Blick auf die verschiedenen sozialen, intellektuellen und künstlerischen Welten, in denen Rilke lebte —und ebenso auf jene Welten, die er literarisch gestaltete. Am 4. Dezember eröffnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die große Ausstellung ›Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten‹ im Deutschen Literaturarchiv Marbach mit einer Videoansprache. Aufgrund seines Staatsbesuchs im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland kann er an diesem Tag nicht – wie ursprünglich angekündigt – persönlich teilnehmen. Der Bundespräsident wird die Ausstellung am 11. Dezember besuchen, nähere Informationen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Die Schau zum Rilke-Jubiläumsjahr – 150. Geburtstag am 4. Dezember 2025 und 100. Todestag am 29. Dezember 2026 – schöpft aus einer der weltweit bedeutendsten Rilke-Sammlungen. Der seit Gründung des Deutschen Literaturarchivs systematisch aufgebaute Bestand von Rilke-Archivalien konnte im Jahr 2022 mit der Übernahme des Rilke-Archivs Gernsbach umfassend erweitert werden.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung sprechen Petra Olschowski MdL, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg, und die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Sandra Richter Grußworte. Anschließend liest Jens Harzer aus Rilkes Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, es spricht die US-amerikanische Schriftstellerin Joy Williams (in englischer Sprache), und die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Sandra Richter diskutiert mit Uljana Wolf über die Rilke’sche Kunst des Rollenwechsels. Die Leiterin der Museen, Vera Hildenbrandt, hat die Ausstellung mit Sandra Richter, Ulrich von Bülow, Gunilla Eschenbach, Anna Kinder, Mirko Nottscheid, Natalie Maag, Katharina J. Schneider und Martina Stecker kuratiert. Das Gestaltungskonzept hat L2M3 Kommunikationsdesign (Stuttgart) zusammen mit Simon Busse Studio (Stuttgart) entwickelt.

Mit mehr als 300 Exponaten wird auf rund 800 Quadratmetern der ›ganze‹ Rilke in seinen verschiedenen Handlungsrollen und sozialen Bezügen sichtbar gemacht. Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf die familiären, freundschaftlichen und amourösen Beziehungen Rilkes, auf seine Ambitionen als Bürger und Künstler, auf Rilke als Autor, Freund und Netzwerker im zeitgenössischen Literaturbetrieb, auf den Leser und Übersetzer Rilke, auf Rilke als Reisenden und auf Rilke im Bild. Zu Rilkes Inszenierung als Künstler gehörte die vermeintliche Voraussetzungslosigkeit seines Werkes, das sich in explosionsartigen Schüben entfaltet hat.

Entwurfshandschriften und Entstehungsvarianten seiner Texte verbarg Rilke lebenslang vor der Öffentlichkeit, ließ stattdessen kalligrafische Abschriften zirkulieren. Durch die 2022 neu in das Deutsche Literaturarchiv übernommenen Notizhefte, Briefe, Bücher, Bilder und anderen Objekte lassen sich exemplarisch einzelne Werkgeschichten rekonstruieren, von der Niederschrift erster Einfälle bis zu den Korrekturarbeiten für die Erstdrucke.

Die interaktive und multimediale Ausstellung ist für eine Dauer von zwölf Monaten im Literaturmuseum der Moderne zu sehen.

Ein Pressetermin zur Ausstellung findet am Mittwoch, 3. Dezember 2025 um 11 Uhr im Literaturmuseum der Moderne statt. Um Anmeldung wird gebeten: presse@dla-marbach.de

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 4. Dezember 2025 um 11 Uhr im Deutschen Literaturarchiv statt (die Veranstaltung ist ausgebucht).

Zur Ausstellung erscheint ein Marbacher Magazin: 
MM 189.190 | Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten
Herausgegeben von Sandra Richter, Anna Kinder, Mirko Nottscheid und Vera Hildenbrandt
148 Seiten, zahlreiche farbige Abb. Fadengeheftete Broschur mit SU. 2025. ISBN 978-3-944469-88-1. EUR 20,00.

Die Ausstellung wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

Kontakt

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