Rilke, Heidegger und Mascha Kaléko – Drei ›Zeitkapseln‹ aus dem Deutschen Literaturarchiv im Rahmen des Salon Sophie Charlotte
19 Uhr | Begrüßung: Sandra Richter (DLA)
19.05 Uhr | »Wolle die Wandlung«. Rainer Maria Rilkes Sonette an Orpheus aus dem Archiv.
Mit Sandra Richter und Anna Kinder (beide DLA) |
Immer wollte Rilke sich wandeln, die Metamorphose war sein Lebensthema, er gestaltete sie in seiner Literatur. Zurückgezogen im abgelegenen Château de Muzot schrieb er im Februar und März 1922 den größten Teil der Sonette an Orpheus. Die insgesamt 55 Sonette, in denen Rilke den Orpheus-Mythos aufgreift, verwandelt und neu deutet, prägen mit ihrer Poetik das Spätwerk des Dichters. Ausgehend von Rilkes Notizbüchern, den Entwürfen und Briefen aus der Zeit, die sich in seinem Nachlass befinden und erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden, gehen Sandra Richter und Anna Kinder auf den Entstehungsspuren dem Wandel in Rilkes Werk nach.
20 Uhr | Heidegger liest und wird gelesen.
Mit Ulrich von Bülow (DLA) |
Martin Heidegger las meist mit dem Stift in der Hand; so können wir seine Denkarbeit anhand von Spuren in Texten anderer nachvollziehen. Als der Philosoph 1970 seine Papiere – auf eine Empfehlung von Hannah Arendt – dem DLA übergab, blieb der größte Teil seiner Handbibliothek in Freiburg, weil sie für die Erarbeitung der Gesamtausgabe seiner Werke noch benötigt wurde. Nach Abschluss der Editionsarbeiten gut 50 Jahre später wurden die Bücher wie vereinbart dem Marbacher Archiv und damit der Forschung übergeben. Ulrich von Bülow wirft einen Blick in die Bücherkisten und zeigt wichtige Exemplare von Aristoteles bis Marx.
21 Uhr | »Gewiß, ich bin sehr happy: Doch glücklich bin ich nicht.« Mascha Kaléko zwischen Ländern, Sprachen und Künsten.
Mit Juliane Schmidt und Nikola Herweg (DLA) |
Die Lyrikerin Mascha Kaléko war ein Star im Berlin der frühen 30er-Jahre – bis ihre Bücher als »Asphaltliteratur« von den Nazis verboten und sie als Jüdin verfolgt wurde. Es war nicht die erste Flucht, die Kaléko 1938 in die USA antrat; ihr ganzes Leben war von Sprach- und Kulturwechseln geprägt – und von Literatur und Musik. Über das Zusammenspiel von diesen Künsten in Kalékos Leben, über die musikalische Umsetzung ihres Werkes und einen »dritten Raum«, der daraus entsteht, spricht Nikola Herweg (DLA) mit Juliane Schmidt.
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