›Auf eine Stunde bei Schillers‹
Rainer Maria Rilke zeichnet
Dr. Mirko Nottscheid (Leiter der Abteilung Bilder und Objekte im DLA) zeigt und erläutert Beispiele aus dem künstlerischen Nachlass des Dichters und spricht mit Kai Uwe Peter über das Zeichnen als unterdrückte Ausdrucksform Rilkes.
»Von meinen Bildern«, schreibt Rilke in seinem Testament von 1925, »halte ich kein anderes für wesentlich gültig, als die bei einzelnen Freunden in Gefühl und Gedächtnis noch bestehenden, vergänglichen.« Seine Nachlassverwalter bezogen das nicht nur auf fotografische Porträts Rilkes, sondern auch auf alle Zeichnungen von seiner Hand. Und so blieben bis zur Öffnung von Rilkes Nachlass, der 2022 vom DLA erworben wurde, nicht nur seine Kinder- und Jugendzeichnungen, sondern auch die zahlreichen Zeichnungen unbekannt, die Rilke in seinen Notizbüchern, auf Briefen und in Büchern hinterlassen hat. Der soeben in der »Anderen Bibliothek« erschienene Band »Rilke zeichnet« von Gunilla Eschenbach, Mirko Nottscheid und Sandra Richter hebt erstmals diesen unbekannten Schatz: Bildnisse von Rittern und Drachen, schneidigen Kavallerieoffizieren und eleganten Damen sowie Karikaturen aus Rilkes Kindheit, unveröffentlichte Bildgedichte des jungen Dichters und scheinbar beiläufige Skizzen als Teil poetischer Prozesse - all dies zeigt, dass die geläufige Vorstellung von Rilke als einem reinen Textkünstler unvollständig ist.
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