Donnerstag, 5. März 2026, 18 Uhr, per Zoom

›Auf eine Stunde bei Schillers‹

Grün gefärbte Kachel mit der Aufschrift Kalender

›Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten‹

Das sich drehende Karussell im Jardin du Luxembourg inspiriert Rainer Maria Rilke 1906 zu einem seiner berühmtesten Gedichte: Das Karussell – mit dem in immer rascherer Folge auftauchenden, geheimnisvollen weißen Elefanten – zeigt, wie zentral das Sehen, die genaue Beobachtung, der Wechsel der Perspektiven für Rilke sind. Die Ausstellung setzt Leben und Werk Rilkes miteinander in Beziehung und gibt Raum, seine Texte genau zu lesen und ihn in verschiedenen Rollen zu sehen: Sie zeigt den künstlerisch begabten Jungen aus Prag, der mit militärischen Idealen aufwächst und später im Ersten Weltkrieg alles daransetzt, aus dem Kriegsdienst entlassen zu werden.

Sie zeigt den Schriftsteller, der für sich und sein Werk schon früh die Öffentlichkeit sucht, der – anders als er selbst betont – nicht nur einsam lebt und schreibt, sondern gezielt Kontakte in die Kunst- und Literaturszene aufbaut. Sie zeigt den jungen Autor, der sich überraschend zur Heirat mit der Bildhauerin Clara Westhoff entschließt, Vater wird, aber dann allein nach Paris geht. Sie zeigt den erfolgreichen Autor, der dennoch zeitlebens auf mäzenatische Unterstützung angewiesen ist. Sie zeigt den Reisenden, der, um seine Kreativität ebenso besorgt wie um seine Gesundheit, immer auf der Suche nach den bestmöglichen Aufenthaltsorten in ganz Europa unterwegs ist und zuletzt seinen Garten im schweizerischen Muzot bestellt. Sie zeigt den Lyriker, der nicht nur dichtet, sondern auch Dramen und Prosatexte schreibt, aus mehreren Sprachen übersetzt und dem schließlich seine »langue prêtée«, das Französische, zur Literatursprache wird. Sie zeigt den Schriftsteller, der unter Schreibkrisen leidet und dennoch unablässig schreibt, umschreibt, mit vielen Menschen korrespondiert und im Briefeschreiben ein Gespräch mit seinen Leserinnen und Lesern eröffnet, das manchmal wiederum Literatur wird.

Die Stunde mit Schiller wird am 5. März zu einer Stunde mit Rilke und einer virtuellen Führung mit Vera Hildenbrandt (Leiterin Museen DLA Marbach) durch die Ausstellung »Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten«.

Kontakt

Susanne Räuchle-Gaus, Dipl. Betriebw. (FH)
Mitgliederverwaltung DSG
Telefon +49 (0) 7144 / 848-202
E-Mail dsg@deutsche-schillergesellschaft.de