Archiv der Wechselausstellungen

16. Juli bis 20. Oktober 2013

LSD. Der Briefwechsel zwischen Albert Hofmann und Ernst Jünger

Am Anfang steht ein Topf Honig, am Ende ein chinesischer Glückspilz aus dem Basler Land: Ein halbes Jahrhundert lang schreiben sich der Schriftsteller (1895–1998) und der LSD-Erfinder Albert Hofmann (1906–2008), von 1947 bis zu Jüngers Tod. Sie telefonieren miteinander, besuchen sich und verreisen zusammen – nach Ceylon und Kreta, aber auch mit Hilfe gemeinsam unternommener Drogenexperimente. Das erste Mal 1951 mitten in der bürgerlichen Nachkriegswelt: »Wir hatten die Schuhe ausgezogen; es war ein Ausflug, zu dem man weder Stab noch Stiefel, weder Rad noch Flügel brauchte«. Das letzte Mal 1970 (»schmeckt nach Nichts«) als rüstige Rentner, deren »Stoff« inzwischen zur Hippiekultur gehört: »Das Nichts ist eine gefährliche Sache«.

Aus den 551 Briefen und Postkarten, die sich aus der Korrespondenz der beiden erhalten haben, werden hier 40 Briefe und alle Postkarten gezeigt, zum Teil zusammen mit den Beilagen und erwähnten Gegenständen. Ihnen zur Seite sind fünf von Jüngers Buchprojekten gestellt, in denen er die Begegnungen mit Albert Hofmann und seinem LSD literarisch aufnimmt, begleitet oder auch vorbereitet hat – ein ausdauernder Verwerter der eigenen Erfahrung, ein unermüdlicher Arbeiter am und für den Text und gegen das Nichts auch hierin: Strahlungen (1949), Heliopolis (1949), Besuch auf Godenholm (1952) und Annäherungen. Drogen und Rausch (1970).

In der Ausstellung wird der neu erworbene und als Marbacher Magazin publizierte Briefwechsel von Jüngers verschiedenen Aufzeichnungen zu Drogen und Rausch kommentiert.

Eröffnungsveranstaltung mit Michael Klett und Jörg Magenau (PDF)

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